5 Thrillers for a thrilling December

 

Barry Eisler – The Killer Collective (Das Killer Kollektiv)

 

Jemand will sie ausschalten: Als Detective Livia Lone vom Seattle Police Department gegen einen Kinderpornoring ermittelt, entkommt sie nur knapp einem Anschlag. Unsicher, wem sie noch trauen kann, nimmt sie Kontakt mit Dox auf, einem ehemaligen Scharfschützen. Alarmiert trommelt Dox ein knallhartes Team zusammen: John Rain, Spezialist für »natürliche Todesfälle«, dessen Ex-Geliebte Delilah vom Mossad und drei weitere Agenten, die mit dem Geschäft des Tötens vertraut sind.

Gemeinsam mit Livia nehmen sie den Kampf gegen die Drahtzieher des internationalen Syndikats auf. Und plötzlich haben sie Todfeinde in allerhöchsten Regierungskreisen …

Rain. Ein Name, ein Killer. Spezialist für natürliche Todesfälle. Keanu Reeves wird ihn spielen in der Verfilmung „Rain“. Wenn der Film so gut ist wie die Bücher von Barry Eisler, kann man sich auf etwas freuen.

Ich muss allerdings gestehen, dass dieser Roman nicht an die anderen Rain-Thrillers herankommt. Wer sich also etwas näher mit dem Killer Rain beschäftigen will, sollte sich zuerst mit den anderen „John-Rain: herrenloser Samurai“ Bänden beschäftigen …

 

 


 

John leCarré – A Legacy of Spies (Das Vermächtnis der Spione)

 

1961: An der Berliner Mauer sterben zwei Menschen, Alec Leamas, britischer Top-Spion, und seine Freundin Liz Gold.

2017: George Smileys ehemaliger Assistent Peter Guillam wird ins Innenministerium einbestellt. Die Kinder der Spione Alec Leamas und Elizabeth Gold drohen, die Regierung zu verklagen. Die Untersuchung wirft neue Fragen auf: Warum mussten die Agenten an der Berliner Mauer sterben? Hat der britische Geheimdienst sie zu leichtfertig geopfert? Halten die Motive von damals heute noch stand? In einem dichten und spannungsgeladenen Verhör rekonstruiert Peter Guillam, was kurz nach dem Mauerbau in Berlin passierte. Bis George Smiley die Szene betritt und das Geschehen in einem neuen Licht erscheint.

Weihnachten und Ostern zusammen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinem alten Freund George Smiley nochmals begegne. Aber so ist es. Die Frage anlässlich einer Lesung in Zürich, wie es Smiley in der Zwischenzeit so gehe, beantwortete leCarré mit einem verschmitzten Lächeln, ohne was preiszugeben. Aber hier ist Smiley zurück, und all die alten, beinahe vergessenen Geschichten um Alec Leamas in „The Man who came in from the Cold“ oder George Smiley in „Tinker, Tailor, Soldier Spy“ und „Smiley’s People“ erwachen zu neuem Leben.

Mehr kann man sich für Weihnachten nicht wünschen.

 


 

Mick Heron – Dead Lions

 

Zwei Agenten von Slough House, einem Abstellgleis des MI5, erhalten den Auftrag, einen russischen Oligarchen zu beschützen, den der britische Geheimdienst als Informanten gewinnen will. Gleichzeitig wird ein ehemaliger Spion aus kalten Kriegszeiten tot aufgefunden, angeblich infolge eines Schlaganfalls. Bei beiden Fällen spielen russische Schläfer eine wichtige Rolle: ›Dead Lions‹. Ausgerechnet die Agenten, denen keiner etwas zutraut, sind beim Erwachen der Löwen dabei.

Die Saga um die ausgemusterten Agenten im Slough House geht weiter, und einmal mehr zeigt sich, dass sie wider Erwarten eine Menge drauf haben … Und Jackson Lamb, ihr ungewöhnlicher Boss, spielt seine Spiele weiter.

Und man erinnere sich – „Slow Horses“. Der erste Band der Slough House Geschichte. Bereits einmal vorgeschlagen …

 


 

Lee Child – Bad Luck and Trouble (Trouble)

 

Eines Tages liegen auf Jack Reachers Konto 1030 Dollar. Der Mann ohne Telefon und festen Wohnsitz weiß sofort: Seine Vergangenheit hat ihn wieder. Er spürt die Frau auf, die ihm den Notrufcode zugespielt hat: seine Expartnerin aus Army-Zeiten, Frances Neagley. Sie hat schlechte Nachrichten. Calvin Franz, ein Mitglied der einstigen Neunergruppe, wurde grausam ermordet. Und es scheint, als sei Franz nicht der Einzige aus Reachers altem Team, der einem gefährlichen Gegner zum Opfer gefallen ist …

Wie schon früher erwähnt, sind Lee Childs Jack Reacher Romane in höchstem Mass suchtauslösend. Dies ist Band 11 seiner inzwischen auf über 20 Bande angewachsenen Saga um den unwiderstehlichen und unbesiegbaren Solo-Kämpfer Reacher. Und ich wiederhole es gerne – man legt die Bücher nicht weg, bevor sie leergelesen sind …

 

 


 

Alan Parks – Bloody January (Blutiger Januar)

 

Januar 1973: Mitten in Glasgow erschießt am helllichten Tag ein Jugendlicher auf offener Straße eine junge Frau, bevor er sich selbst eine Kugel in den Kopf jagt. Detective Harry McCoy, dem der Mord am Tag zuvor im Gefängnis von einem psychotischen Gefangenen angekündigt wurde, steht vor einem Rätsel. Zumal der Gefangene selbst um die Ecke gebracht wird. McCoy nutzt seine alten Verbindungen zu Glasgows Unterwelt, um in den Ermittlungen voranzukommen, legt sich dabei aber schnell mit den Dunlops an, der mächtigsten Familie der Stadt. Und auch sein Boss pfeift ihn zurück. Aber McCoy lässt sich nicht beirren.

Und wieder einer dieser hartgesottenen Detektive, von denen es in der Literatur wimmelt. Und die es bei ihren Lesern immer wieder schaffen, den Atem anzuhalten. Die Zeit zu vergessen. Die Welt zu vergessen. Alles zu vergessen …

 

 


 

Und als Weihnachts-Bonus – ein Lesevorschlag.

Ein Roman, den jeder Krimifan gelesen haben MUSS. Geschrieben vom Altmeister Raymond Chandler, im Zentrum der unvergleichliche hard-boiled Detektiv Philip Marlowe. Die Wahl seiner Abenteuer ist nicht einfach. Soll es eher „The Big Sleep“ (verfilmt mit Humphrey Bogart) sein oder doch Farewell, my Lovely oder The little Sister …? Jeder Roman ein Juwel, ein Kunststück, ein Geschenk an die lesende Menschheit …

Also lesen! Alle! Unbedingt!

 

Raymond Chandler – The long Goodbye (Der lange Abschied)

 

Mit Der Lange Abschied schlägt Chandler einen neuen Weg ein, und sein Held tritt endgültig aus dem Schatten seiner bloßen Privatdetektivexistenz heraus. Wir begegnen einem gereiften Marlowe, der das Holzschnitthafte der frühen Jahre hinter sich gelassen und an Zwischentönen gewonnen hat. Er ist noch immer ein Zyniker, der sein Überleben allein seiner Professionalität zu verdanken hat, aber Chandler deckt Seiten von ihm auf, die uns bislang verborgen geblieben waren. Wenn Marlowe am Ende einsam und desillusioniert zurückbleibt, dann nur, weil er seinem eigenen Verhaltenskodex treu bleiben muß. Denn in dieser „dreckigen, vergaunerten Stadt“ muß es einen Mann geben, „der selbst nicht schäbig ist, der eine reine Weste hat und keine Angst“

Es ist lange her seit meiner Chandler-Zeit. Doch die Geschichten um Philip Marlowe, der als einsamer hartgesottener Privatdetektiv das damalige Los Angeles aufmischte, sind unvergessen. Und der radikal auf das Minimum reduzierte Stil Chandlers bewirkte sozusagen die Geburt eines neuen Genres, das bis heute als Template für spannende Geschichten dient …

 


 

Und hier sind weitere Lesevorschläge für Bücher-Freaks …

 

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