Trans Swiss Trail – In Gotthelfs Heimat

Das wird ein langer Tag. Irgendein Anlass in Lützelflüh, vielleicht eine Gotthelf-Veranstaltung, hat dazu geführt, dass am Sonntag alle Gasthöfe ausgebucht sind. Die freundliche Dame im gewünschten Hotel verweist mich an ein anderes, das allerdings ebenfalls voll ist. Nun denn, so lande ich also  heute Abend in einem winzigen Kaff namens Ranflüh ein paar Kilometer …

Bladerunner – Roy Batty saves Deckard

Einer meiner All-Time Favorites – Bladerunner von Ridley Scott. Er basiert auf einem Roman von Philip K. Dick, auch einer meiner All-Time Favorites, mit dem seltsamen Namen „Do Androids dream of Electric Sheep?“ 1982 in die Kinos gekommen, kein unmittelbarer Erfolg, doch mauserte sich der Film zu einem Kulthit. Sein später Nachfolger „Bladerunner 2049“ von …

Trans Swiss Trail – Die schöne blaue Aare

Es gibt einen Song von Stiller Has namens Aare, ziemlich bekannt und beliebt beim Publikum. Er wird (obwohl ich kein besonders begeisterter Fan von Stiller Has bin) mich heute der Aare entlang begleiten. Immerhin sind es fast zehn Kilometer, die ich ausschliesslich diesem blauen Wunder entlang wandern werde. Auch der Wanderführer sieht es positiv: Reizvolle …

Trans Swiss Trail – Die wiegenden Bäume

Knapp einem grandiosen Hangover entgangen, der Kopf ist einigermassen klar und bereit für die nächste Etappe. Ich schleiche durch die Korridore, es duftet nach uraltem Holz, nach abgetragenen Teppichen, nach Staub. Es kommt mir vor wie das Eintauchen in die Vergangenheit. Aber mir gefallen diese alten Gemäuer, sie hätten sicher viel zu erzählen. Ich wäre …

Trans Swiss Trail – Nomadische Gene

Man ist gut beraten, bei der Planung kürzere Etappen vorzusehen. Der Körper braucht Intervalle, in denen er nicht ans Limit gehen muss (was ich eh nicht mache), wo er sich erholen kann, den Akku aufladen darf. Wer diese einfache Wahrheit vergisst, wird es bereuen. Heute ist eine dieser Etappen. Auf- und Abstieg sind harmlos, die …

Trans Swiss Trail – Die Vollkommenheit des Tages

Man würde meinen, dass ein chinesisches Frühstück aus Reissuppe oder Nudelsuppe besteht, vielleicht noch aus Jiaozi mit Hackfleisch und Chinakohl gefüllt. Oder auch Baozi oder Youtiao. Das hätte mir gefallen. Aber nichts dergleichen. Man hat sich an die lokalen Essgewohnheiten angepasst und serviert Brot mit Butter und Marmelade und Käse und Schinken. Das Brot allerdings, …

Trans Swiss Trail – Zurück in Jinghong

Als Wanderer ist man per se jemand, der die Umwelt schützt, der das Klima schont, keine Parkplätze braucht und auch sonst – mein eigener Beitrag zu dieser Theorie – ein sehr nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft ist. Zu meinem Erstaunen findet der Patron des Hotels genau das gleiche und gewährt mir doch gleich einen Rabatt …

Trans Swiss Trail – Düstere Gedanken an einem schönen Tag

Manchmal, glücklicherweise nicht allzu oft, gibt es Tage, die alles andere als eine Wohltat sind. Mit anderen Worten, Scheisstage. Der Scheisstag beginnt schon früh, eigentlich hört der gestrige Tag gar nie wirklich auf. Er verschafft mir trotz angenehmer Umgebung und weichem Bett eine beinahe schlaflose Nacht, wie immer schwierig zu erklären. Zu grosse Pizza? Zuviel …

Trans Swiss Trail – Energie für die Zukunft

Eigentlich liegt mein enttäuschtes Auge auf dem mickrigen Frühstück, doch ich komme nicht umhin, dem Gespräch am Nebentisch zu lauschen. Ein Paar ist in intensiven Diskussionen vertieft, doch ich benutze eine kleine Pause, um auf den tiefblauen Himmel hinzuweisen (das Wetter ist ein beliebter und meistens erfolgreicher Trick, ein Gespräch zu beginnen). Daraus ergibt sich …

Trans Swiss Trail – Ein Paradies für Pferde

Durchs Fenster scheint eine blasse Sonne, verdeckt durch schnell vorübereilende Wolken, doch alle paar Augenblicke durchlaufen sie eine neuerliche Transition von hell zu dunkel und wieder zurück zu hell. Ein sehr willkommener Morgengruss.     Zu den Pferden Auf den heutigen Tag freue ich mich ganz besonders, denn die Etappe führt hinauf auf die Freiberge, …

Trans Swiss Trail – Rain Songs

Es gibt nichts Öderes auf einer Wanderung, wenn es schon am Morgen früh aus allen Rohren pisst, und es gibt nichts Schöneres, als zuhause in der warmen Stube zu sitzen, wenn der Regen an die Fensterscheiben klatscht. Nun, heute morgen trifft ersteres zu – es regnet in Strömen. Der Himmel zeigt sein unangenehmes Gesicht, grau …

Trans Swiss Trail – On the Road again

Nicht immer beginnt eine Weitwanderung von über 500 Kilometern mit den besten Voraussetzungen. Der Tag hat früh begonnen, beinahe Nacht beim Aufstehen, der Herbst naht. Die Fahrt via Basel nach Pruntrut findet zwar recht entspannt, aber gleichzeitig müde und gestresst statt. Der Blick durchs Fenster zeigt nicht das, was man gerne hätte – blauen Himmel, …

Der Hippie Trail – Keine Stadt für Geniesser

Was kann eine kaputte Wasserpumpe bedeuten? In einem Land wie dem Iran, einer Stadt wie Teheran, einem Campingplatz wie dem unseren – sehr viel. Es ist nicht nur ein dummes Missgeschick, es ist eine ausgewachsene Katastrophe.   Man stelle sich einen Wassernotstand vor Wir im reichen Westen sind uns gewohnt, alles zu erhalten, was wir …

Der Hippie Trail – Teheran Monster

Nach genau drei Wochen haben wir das erste grosse Ziel erreicht – Teheran. Die knapp 300 Kilometer bis zur Hauptstadt sind angenehm zu fahren, die letzten 40 Kilometer sogar auf einer richtigen Autobahn.   Eine Autobahn mit allem Wer nun an eine geordnete Strasse denkt mit Abschrankungen und Mittelstreifen und – ganz wichtig – der …

Der Hippie Trail – Tote Schafe, tote Esel

So sind wir nun also tatsächlich wieder unterwegs. Nach ein paar begeisterten Kilometern – wir fühlen uns wie neugeboren – verzieht sich die Begeisterung und macht Sorgenfalten Platz.   Zurück nach Täbris Der Boss hat uns gewarnt, dass der Motor am Anfang etwas rucken könnte, aber dieses Rucken macht keinen guten Eindruck. Wir werden zwar …

Der Hippie Trail – Ramadan und Hunger

Das Hotel „Ramsar“ an der Pahlevi Avenue mag zwar nach europäischen Standards billig erscheinen, doch wenn man Komfort, Dienstleistungen und alles andere, was ein gutes Hotel ausmacht, in die Beurteilung miteinbezieht, sieht die Sache etwas anders aus. Kurz – unsere Unterkunft ist eine schmierige Absteige mit schmierigen Möbeln, schmierigen Hauseingängen und schmierigem Personal. Perfekt, um …

Der Hippie Trail – Endgültig am Arsch

Wir sind uns bezüglich Strassen nun einiges gewohnt, also kann uns nichts mehr erschüttern. Keine Ahnung, was wir diesbezüglich vom Iran erwartet haben, aber ganz sicher nicht diese wunderbaren Highways, die uns nun Richtung Süden führen. Strassen ohne Löcher, ohne Querrinnen, ohne Kies und Steine. Einfach wunderbar perfekte Strassen, auf denen man wie auf Daunen …

Der Hippie Trail – Staub und Dreck und Mühsal

Es hat uns trotz Respekt vor den Distanzen schon zweimal erwischt. Zweimal in der Dunkelheit auf osttürkischen Strassen – kein Vergnügen! Das soll nun definitiv der Vergangenheit angehören. Wir starten also noch früher, ohne grosse Begeisterung zwar, aber bis Erzurum sind wieder über 400 Kilometer zu fahren. Und was uns dabei erwartet, ist wie jeden …

Der Hippie Trail – Das absurde Verlangen nach Abenteuer

Das kühlere Kontinentalklima macht sich bemerkbar – die nächtliche Kälte arbeitet sich von den Füssen die Beine hoch, was das Schlafen zum ersten Mal beunruhigend frostig macht. Wir nähern uns langsam der Osttürkei, eine Gegend, die berüchtigt ist für ihre eisigen Temperaturen. Da kann es offenbar schon mal vorkommen, dass man sich bei Temperaturen um …

Der Hippie Trail – Das Morgengrauen und das Weiterschlafen

Irgendwann, es muss meinem inneren Kompass gemäss noch tiefe Nacht sein, wage ich einen Blick durchs Fenster. Tatsächlich, am östlichen Horizont macht sich das Morgengrauen breit. Aber es ist einfach viel zu früh, um aufzustehen. Allerdings, im Hinterkopf meldet sich ein fieses Teufelchen und erinnert mich daran, dass wir heute eine lange Etappe vor uns …

Der Hippie Trail – Istanbul

Istanbul! Die letzte Stadt Europas und die erste Stadt Asiens. Die Schnittstelle zwischen Orient und Okzident. Eine faszinierende Mischung aus Ost und West. Tor zum Osten und zum Westen. Eine Stadt, die man immer wieder besuchen, immer wieder geniessen möchte. Die Hagia Sophia. Der Taksim-Platz oder die Galata-Brücke. Die Sultan-Ahmed-Moschee. Das Topkapi Museum. Oder eben …

Der Hippie Trail – Auf nach Istanbul

Die Strecke von Kavala nach Istanbul ist uns in bester Erinnerung. Nur schon die Namen der Orte, die wir passieren werden, verursachen einen Pawlov’schen Reflex. Das buchstäbliche Wasser der Vorfreude läuft uns im Mund zusammen. Wir erwarten, wie sagt man, na klar …   … ein echtes Dejà-Vu Es ist nämlich eine wunderbare Strecke, manchmmal …

Der Hippie Trail – Gestranded

Sonntagmorgen, ein Morgen für die Götter, der Himmel eine Ode an die Schönheit, die Luft zart und mit einem Hauch Lavendelduft durchzogen. Einen solchen Tag sollte man feiern, vor allem unsere Ankunft in Griechenland, deswegen haben wir für uns ein besonderes Geschenk ausgedacht. Wir fahren auf der Strecke von Thessaloniki nach Kavala ans Meer und …

Der Hippie Trail – Endlich das gelobte Land

Wenn heute alles einigermassen normal abläuft und der Motor oder sonstwas keine Probleme macht, sollten wir heute Abend in Griechenland sein. Heureka, das gelobte Land. Tatsächlich, der schwache Verkehr tut sein Gutes, wir kommen schnell vorwärts, erreichen schon im Vormittag Skopje (heute die Hauptstadt von Nordmazedonien). Ein verschlafenes Kaff, so kommt es uns vor, obwohl …

Der Hippie Trail – Schlechte Vorzeichen

Manchmal ist es besser, Unangenehmes möglichst schnell hinter sich zu lassen. Das ist unser heutiges Mantra. Auf Teufel komm raus dieses Land mit Bleifuss auf dem Gaspedal zu durchqueren, nicht rechts oder links zu sehen, einfach nur zu fahren und auf möglichst wenige Probleme zu hoffen. Ein Wort zum damaligen Jugoslawien. Das Land war zu …

Der Hippie Trail – Selbstmordstrassen

Kann es sein, dass wir erst kurze Zeit unterwegs sind und bereits einen Rückstand auf unsere provisorische Marschtabelle haben? Wenn das so weiter geht … Aber wir sind zu unserem Glück nicht pressiert, wir haben Zeit im Überfluss. Wen interessiert es schon, ob wir ein paar Tage oder Wochen früher oder später in Indien eintreffen. …

Der Hippie Trail – Takeoff

Erinnerungen sind fragwürdige Zeugen, wenn es um Zuverlässigkeit, um Wahrheit, um Genauigkeit geht. Sie sind Versionen unseres Geistes, zusammengeschustert aus Bildern, Geräuschen, Vorstellungen, Träumen, Gerüchen. Man kann ihnen nicht trauen, und trotzdem stellen sie auf ihre Weise eine Wahrheit dar, vielleicht eine andere als die tatsächlich erlebte, und doch ein Zeugnis von etwas vielleicht so …

Commugny – Genf

Nach meinen Berechnungen fehlen bis zum Ziel in Genf noch knapp 20 Kilometer. Damit wären dann die angepeilten 500 Km erreicht (natürlich ist das ein vollkommen blödsinniges Ziel, es zählt schlussendlich alles andere). Aber mal sehen, ich bin gespannt, wie sehr sich auch emotional das baldige Ende spüren lässt. Jetzt, am frühen Morgen, während ich …

Gland – Commugny

Nicht das, was du nicht weisst, bringt dich in Schwierigkeiten. Sondern das, was du sicher zu wissen glaubst, obwohl es gar nicht wahr ist. (Mark Twain) Auf dieser langen Wanderung ist mir oft aufgegangen, wie wenig ich eigentlich weiss, und wie wenig, was ich zu wissen glaubte, korrekt ist. Das hat vielleicht mit dem Alter …

Etoy – Gland

Das Hotel Chez Yann weist heute Morgen tatsächlich eine menschliche Komponente in Gestalt einer jungen Dame auf, die mir freundlich das Frühstück serviert. Mit etwas Mühe setze ich trotzdem mein grimmigstes Gesicht auf. „C’etait pas tres drole hier soir“. Ich kann gar nicht anders als ebenfalls grinsen, denn ein Grinsen ist alles, was ich als …

Lausanne – Etoy

Es geht dem Ende entgegen. Manchmal glaube ich, in der Ferne Genf zu sehen, was natürlich nicht sein kann. Es sind immerhin noch vier harte Etappen und viele Kilometer zu bewältigen, heute nach Etoy, einem kleinen Dorf im Landesinneren. Aber was soll’s, auch die heutige Tour verspricht eine ganze Menge: Ohne die geringste Steigung und …

Vevey – Lausanne

Es würde mich nicht wundern, wenn die heutige Etappe die schönste der ganzen Wanderung wird. Es ist acht Uhr morgens, der Himmel ist so blau, wie er sein sollte, der See kräuselt sich im Morgenwind, was kann man von einem gewöhnlichen Samstag mehr erwarten. Das abendliche Tief ist durch viele Stunden tiefen Schlafes verschwunden. Und …

Les Paccots – Vevey

Drei Uhr morgens am Hotelfenster. Pechschwarze Nacht. Die Konturen der Bäume sind aufgesogen durch eine undurchdringliche Schwärze. Kein Laut, kein einziger. Kein Käuzchen ruft in der Ferne, kein Wind pfeift durch die Blätter, keine Regentropfen klopfen auf das Dach, rein gar nichts. Irgendwie schön und irritierend zugleich. Das erinnert mich an einen der berühmten Romane …

Broc – Les Paccots

Dieses Geräusch kenne ich doch – das Klatschen am Fenster, das Prasseln auf den Dächern, das Trommeln auf dem Asphalt. Es ist kurz nach Mitternacht, und es regnet. Ausserdem ist es kalt geworden, durch das offene Fenster dringt ein frostiger Hauch, zum ersten Mal seit langem bin ich einer warmen Decke dankbar. Wunderbare Aussichten für …

Jaun – Broc

Auf der Etappe von Jaun nach Gruyères kommen Geniesser, Kulturliebhaber und Naturfreunde auf ihre Kosten. Auf dem Abschnitt, der erst am Jaunbach, dann an der Saane entlang führt, können Wanderer entdecken, wie das Wasser die Landschaft geformt hat. Kirchen, Kapellen und das einzigartige Erbe von La Gruyère prägen die Strecke. Nun, Gruyère werde ich morgen …

Schwarzsee – Jaun

Alles wiederholt sich, je älter man wird. Irgendeine gescheite Seele hat diese Weisheit in die Welt gesetzt, nachvollziehbar, aber auch ziemlich trivial. Sie ähnelt dem berühmten Ausspruch von Bette Davis (oder je nachdem Mae West): Altwerden ist nichts für Feiglinge. Natürlich könnte man nun behaupten, dass auch Wandern eine Wiederholung des ewig Gleichen ist. Die …

Guggisberg – Schwarzsee

Es scheint, als hätte sich der Wettergott für einmal künstlerisch betätigt. Durch das viereckige Fenster glaubt man, im Gemälde eines Landschaftsmalers zu stehen. Dampf steigt aus den nassen Wiesen hoch, verdichtet sich knapp über den Hügeln zu einem langgezogenen Wolkenarm, der wie eine flauschige Decke über den Bäumen und Wiesen hängt. Also genau die richtigen …

Riggisberg – Guggisberg

Als Schlossherren erwarten wir eigentlich, im Bett bedient zu werden, natürlich durch Diener in dunkelblau glänzenden Livrees und weissen Strümpfen, wie es für edle Herren angebracht ist. Dabei würden sie uns einen guten Tag wünschen, während sie Kaffee eingiessen und pochierte Eier mit Lachs bereitstellen. Natürlich werden wir enttäuscht, anstelle der livrierten Diener schleichen ein …

Münsingen – Riggisberg

Eigentlich ein Wunder, dass niemand um sechs „Tagwache“ schreit und man sich nach einer halben Minute vor dem Bett hinstellen muss. Aber das Erwachen im 4-er Zimmer, das zwar tatsächlich entfernt ans Militär erinnert, ist wesentlich angenehmer. Anstelle des brüllenden Feldweibels murmelt Fridli leise „halb Acht“ und so beginnt der erste gemeinsame Tag. Das gestern …

Signau – Münsingen

Alte Hotels sind wie Geschichtsbücher. Mehr noch als jene in den grossen Städten sind es die kleinen Landgasthöfe, in deren Zimmern der Duft vergangener Zeiten zu riechen ist. Das Holz atmet, der Boden knarrt, wenn man darauf steht, manchmal geht ein Stöhnen durch die Wände, als wären kleine Kobolde darin gefangen. Die Zimmer haben viel …

Lüdernalp – Signau

Der Hotelmanager verliert in Sekundenschnelle seine überfreundliche Contenance, als ich ihn beim Check-out auf die nicht-vorhandene Wifi-Unterstützung in den Hotelzimmern anspreche. Er stottert was von technischen Problemen, von Aufwand und Kosten. Ich weise ihn auf mögliche Repeater hin, aber davon scheint er noch nie was gehört zu haben. Wieder mal ein Beispiel, wie Dummheit und …

Luthern – Lüdernalp

Manchmal, in letzter Zeit öfters, erwache ich am Morgen und bin einen Augenblick lang unsicher, wo ich mich befinde. Das geschieht immer dann, wenn man sich an schnell wechselnden Übernachtungsorten befindet. Der heutige Morgen ist einer davon: es dauert aber nur einen Moment, bis ich das Dröhnen der Traktoren und Lastwagen erkenne. Klar, Luthern, die …

Wolhusen – Luthern

Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, muss man in Bewegung bleiben. (Albert Einstein) Also an der Bewegung fehlt’s nicht, mit der Balance bin ich ganz zufrieden, also Albert wäre sehr zufrieden mit mir. Heute muss ich zwangsläufig eine alternative Route nehmen, da das Hotel auf dem Napf gemäss Wirt wegen personeller …

Malters – Wolhusen

Während ich genussvoll in meinem Frühstücksteller stochere, höre ich den Gesprächen des Pöstlers mit den Wirtsleuten zu. Sie unterhalten sich, wie wahrscheinlich die halbe Schweiz, über die gestrigen Abstimmungsresultate. Interessant, wie sachlich und differenziert diskutiert und bewertet wird. So sollte das immer und überall sein. Leider ein frommer Wunsch. Die Bäckerei, wo ich kurz nach …

Luzern – Malters

Um sieben Uhr holt mich Lynyrd Skynyrd aus tiefem Schlaf, natürlich mit Free Bird (siehe unten) in der 1977-er Live Version mit Ronnie, Steve und Cassie. Ein  paar Monate waren alle drei tot. RIP. Straight up American fucking rock n roll. Es gibt nicht wenige Experten, die das dreistimmige Guitarrensolo als das beste aller Zeiten …

Meierskappel – Luzern

Also dann, nach dem kurzen Unterbruch geht die Reise weiter. Ich bin schon früh unterwegs, und treffe kurz vor halb zehn in Meierskappel ein, und sage hallo zum ersten 3-er Wegweiser. Ich komme mir vor, als träfe ich einen alten Freund. Der Weg, wie beim gestrigen Unterbruch erklärt, ist um ca. 10 Kilometer kürzer, also …

Unterägeri – Meierskappel

Die Lücke im Plan Diese anderthalb Etappen fehlen, deshalb nur ein paar kurze Bemerkungen zu den Details, die sonst vergessen gehen. So sieht der Plan gemäss Führer aus: Unterägeri – Zug Länge: 13 km, Aufstieg | Abstieg: 260 m | 560 m, Wanderzeit: 3 h 20 min   Zug – Luzern Länge: 29 km, Aufstieg …

Einsiedeln – Unterägeri

Wer hätte gedacht, dass nach dem gestrigen Regen einer der schönsten Tage des gesamten Trips auf mich wartet? Es gibt nichts Besseres als positive Überraschungen. Der Tagesplan sieht tatsächlich eine wunderbare Route vor, für einmal ganz in meinem Sinn: Länge: 19 km, Aufstieg | Abstieg: 720 m | 860 m, Wanderzeit: 5 h 25 min …

Alpenpanoramaweg – Die schwarze Madonna

In der Nacht – wen wundert’s, dass der Regen wieder mal wie mit Pferdehufen über das Dach galloppiert – entscheide ich mich endgültig für eine alternative Route über die Sattelegg. Ich werde das Postauto bis zur Abzweigung zum Pass nehmen und dann hoffentlich auf einen geeigneten Wanderweg treffen. Der eigentliche Plan für heute hätte etwas …

Alpenpanoramaweg – Steine und Schnecken und Regen

Das wahre Highlight des Tages ist das Frühstück mit der Sikh Familie. Während ich in aller Ruhe in meinem opulenten Frühstück stochere, leistet mir das Ehepaar Gesellschaft. Er erzählt die irre Geschichte seines Wegs, der ihn von allen Orten der Welt ausgerechnet nach Amden geführt hat. Offenbar ist das Hotel längere Zeit leergestanden, sozusagen ein …

Alpenpanoramaweg – Irrungen und Wirrungen

Irgendwann möchte ich aufhören, den Tag mit Regen zu beginnen und mit Regen zu beenden. Ich hoffe, dass heute der Tag der Auferstehung bedeutet, der Tag mit dem letzten fucking Rain bis Genf. Natürlich wird dies ein frommer Wunsch bleiben, denn auch heute Morgen entdeckt der erste Blick aus dem Fenster das haargenau Gleiche wie …

Alpenpanoramaweg – Regen, sonst nichts

Der schläfrige Blick nach draussen entdeckt nicht viel Neues. Und nicht viel Positives. Es ist immer noch grau und nass, auch wenn der Regen eine kurze Pause eingelegt hat. Die Verabschiedung vom Hüttenpersonal ist herzlich, man lacht über den gestrigen Abend, der auch ein paar überraschende Erkenntnisse gebracht hat. Ich befinde mich ja nun wieder …

Alpenpanoramaweg – Falsche Wege

Meine Befürchtung hat sich bestätigt – beim Aufwachen dröhnt mein Kopf wie eine alte Kirchenglocke. Elendes Schlafmittel! Es hat mich zwar ein paar Stunden in einen bewusstlosen Zustand befördert, aber das ist auch schon alles, was man positiv dazu sagen kann. Nun denn, mit wenig euphorischen Gefühlen wanke ich zum Frühstück, schaue mich um, alles …

Alpenpanoramaweg – Eine andere Schweiz

Murmelnde Geräusche wecken mich aus tiefer Ohnmacht. Der Blick auf die Uhr zeigt, dass ich zehn Stunden geschlafen habe, nicht überraschend nach der gestrigen Tortur. Aber heute soll es gemäss Wanderführer etwas gemächlicher gehen. Von Trogen (AR) über zwei sanfte Hügel mit grossartiger Aussicht auf den Säntis, die Stadt St.Gallen, den Bodensee und das coupierte …

Alpenpanoramaweg – Die ersten Schritte

Seltsam. Für ein paar Augenblicke taucht ein grüner Dschungel vor dem Fenster auf, kaum zu glauben, aber für ganz kurze Zeit ist weder ein Gebäude noch eine Strasse noch irgendein Zeichen der Zivilisation zu sehen. Ein seltener Anblick in unserem zugepflasterten Land. Ich sitze im Zug in Richtung Bodensee, schaue mit immer noch müden Augen …

The Bourne Supremacy – Bourne Apologizes to Neski Girl

Die originale Bourne-Trlogie („Jason Bourne“ kann man nicht wirklich dazuzählen) ist eine meiner Lieblings-Serien. Sie beinhaltet alles, was gute Action ausmacht: eine spannende Story, authentische Protagonisten wie auch ihre Gegenspieler, tief gehende, echte Emotionen, krasse Verfolgungsrennen, brutalste Kämpfe. Und mitten drin Jason Bourne, der durch einen Unfall alles vergessen hat. Bereits im ersten Film – …

Sicario – The Border Ambush

Und noch ein magischer Moment für Anhänger von hochoktaniger Action – Sicario von Denis Villeneuve, Er ist einer der Regisseure, die sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht haben. Man denke an Prisoners oder Arrival oder Bladerunner 49. Wobei der letztere nicht zu meinen Favoriten gehört; meine Verehrung für den legendären Bladerunner von Ridley …

Marokko – Ein Tag im Ramadan

Eine Reise vor langer Zeit. Allein. Nur mit dem Rucksack. Ein paar Ideen, wohin die Reise führen könnte. In den Süden. Dorthin, wo die Wüste lockt. Das endlose Sandmeer. Das Ende der Welt. Aber manchmal entwickeln die Dinge ihren eigenen Willen. Und so verpasste ich auch die Wüste. Weil ein Bus, der mich nach Süden …

Green Book – The Culture Scene

Der Film hat von Anfang an zu Kontroversen geführt. Ist er rassistisch? Verstärkt er Vorurteile, die auch heute noch existieren? Trifft die Beschreibung der verschiedenen ethnischen Gruppen zu? Zugegeben – er ist so voller Clichés und Stereotypen, dass man ihn eigentlich hassen müsste. Die Polizisten im Süden sind durchs Band Rassisten, engstirnige Redheads, die nichts …

The Equalizer – Der Akt des Tötens

Dieser magische Moment ist nichts für schwache Gemüter. Er ist ein einziger kaltblütiger, durchgeplanter, zeitlich getakteter Akt des Tötens. Der Equalizer tötet pragmatisch, schnell, mit tödlicher Sicherheit, in mathematisch konstruierter Abfolge. Wenn Mr. McCall seine Uhr stellt, ist es Zeit, abzuhauen oder nachzugeben. Alles andere führt unweigerlich zu einem blutigen Ende. Einer der besten Action …

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