3 Lieblingsbücher für einen süssen August

 

Jeder hat seine Lieblingsbücher.

Einige davon entsprechen dem Literaturkanon. Dickens. Dostojewski. Marquez. Kafka …

Andere haben ganz und gar nichts mit Oskar-Preisträgern zu tun. Sie sind an Erinnerungen geknüpft, an Ereignisse im Leben des Lesers, die tiefe Spuren hinterlassen haben.

Wie die folgenden …

 


 

Richard Adams – Watership Down (Unten am Fluss)

 

Die weltbekannte Saga vom Exodus der Kaninchen: Der junge Fiver spürt, dass seinem Volk das Verderben droht. Nur seine engsten Freunde kann er überreden, mit ihm das Kaninchengehege zu verlassen und sich auf die Suche nach einer neuen Heimat zu machen. Was sie unterwegs durchleben, ist so beispielhaft wie fesselnd: zahllose Abenteuer, Meuterei, Treuebruch und Heldentum, Schlachten mit hohem Blutzoll – und schließlich der glückliche Einzug ins Land der Freiheit und des Friedens.

Einer der Begleiter eines unvergesslichen Jahres in Spanien.

Wenn ich an Menorca denke, denke ich an Watership down. An Fiver und Hazel und Blackberry und Bigwig und natürlich an den bösen General Woundwort. Draussen die Hitze des Nachmittags, im kühlen Zimmer eintauchen in die unvergleichliche Phantasie von Richard Adams. Das muss sich erst mal einfallen lassen. Einem Kaninchenvolk droht der Untergang und nur die magischen Kräfte des kleinen Fiver können das Unheil abhalten. Man ängstigt sich zusammen mit den Langohren, verflucht den teuflischen General und wundert sich über die Ähnlichkeiten der Geschichte mit unserer …

 


Sylvie Germain – Das Buch der Nächte

 

Zu jener Zeit streunten die Wölfe noch in eisigen Winternächten durchs Land und kamen auf Nahrungssuche bis in die Dörfer, wo sie Geflügel, Ziegen und Schafe ebenso rissen wie Esel, Kühe und Schweine. In Ermangelung von Besserem schlangen sie manchmal sogar Hunde und Katzen hinunter, doch sobald die Gelegenheit sich bot, labten sie sich begierig an Menschenfleisch. Sie schienen übrigens eine ganz besondere Vorliebe für Kinder und Frauen zu haben, deren zarteres Fleisch ihrem Hunger zu gefallen wusste. Und ihr Hunger war wirklich ungeheuerlich, er wetteiferte mit der Kälte, dem Elend oder dem Krieg, dessen letzter Widerhall und dreistester Ausdruck er zu dieser Zeit zu sein schien …

Ein Roman aus alten Zeiten. Im Buch und in meinem Leben. Ich kann mich kaum noch erinnern, aber immer, wenn ich daran denke, stellt sich ein Gefühl der Wärme ein. Ich sehe die Augen des Protagonisten, dessen Namen mir entfallen ist, mit den goldfarbenen Punkten, verstreut über die Iris. Es muss eines der Bücher sein, die ich nochmals lesen möchte. Einfach, um ein weiteres Mal in die erschreckende, faszinierende Welt der Nächte eintauchen zu können …

 


Henryk Sienkiewicz– Quo Vadis

 

Der römische Patrizier Vinicius liebt die Königstochter Lygia, die dem neuen christlichen Glauben anhängt. Ungeschickt umwirbt er sie, und sie gelangt an Neros Hof gerade in dem Moment, als der dekadente Kaiser Rom anzünden lässt. Die Tat lastet er den Christen an. Lygia und ihrem Diener, dem bärenstarken Ursus, droht der Tod bei blutigen Zirkusspielen. Doch Vinicius, mittlerweile ebenfalls Christ, setzt alles daran, seine Geliebte zu retten …

Dieser Roman, in altdeutscher Schrift geschrieben, schon damals mit zerrissenem Umschlag, war der Auslöser einer lebenslangen Obsession. Der Leidenschaft für Geschichten, die grösser sind als das Leben selbst.

Der Abschnitt, wo Ursus seine geliebte Herrin Lygia vor dem wilden Auerochs rettet, ist immer noch eine meiner liebsten Passagen. Ich habe diese Stelle so viele Male gelesen, dass man schon von aussen die Seiten erkennen kann, wo sich die überragende Szene abspielt. Wo Ursus den Auerochs bei den Hörnern packt und langsam, ganz langsam den riesigen Nacken dreht, bis er bricht … Unvergesslich.

 

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