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Ladakh am Abend

Kategorie: Reisebegleiter

Die Ladakh-Bücher

Bücher im Gebirge und anderswo

Bücher im Gebirge? Soviel Gewicht mittragen? Nie im Leben. Aber vielleicht genügt ja ein einziges. Um am Abend in der Kälte in eine andere Welt eintauchen zu können. Um mitzufiebern, wenn der Jack Reacher oder Rajkumar oder Captain James Holden das alte Burma oder in Texas oder in den Weiten des Weltalls ihre Abenteuer erleben. Zuviel Gewicht? Niemals!

Amitav Ghosh – der Glaspalast

Dieser erste große Roman über das geheimnisumwitterte Burma erzählt die Geschichte des jungen Rajkumar, der in einer Imbissbude auf dem Markt von Mandalay 1885 Zeuge des Einmarsches der britischen Truppen wird. Entsetzt beobachtet er die Plünderung des Glaspalastes und muss mit ansehen, wie die Königsfamilie ins Exil gejagt wird. Im Gefolge sieht er die Dienerin Dolly und ist von ihrer Schönheit so bezaubert, dass er ihr Gesicht nie mehr vergisst …

Natürlich hätte das Buch in die Burma Bücher gehört, aber mysteriöse Umstände und unterbewusste Entscheidungsfaktoren haben es verhindert. Keine Ahnung warum! Vielleicht einfach darum, dass ich weder bei der ersten noch bei der zweiten Burmareise wusste, welch wunderbare Geschichte Amitav Gosh beschreibt. Und wie sehr er uns das Land und seine Geschichte näherbringt.

Lee Child – Echo Burning

Zur Abwechslung leichtere Kost (vielleicht spielt die dünne Luft eine gewisse Rolle): Lee Child wird nie den Literatur-Nobelpreis erhalten, aber seine karge Sprache und sein muskulöser Held (einen Kopf grösser als Tom Cruise in den Verfilmungen) bewirken eine sofortige Abhängigkeit.

Ganz gegen seine Gewohnheit beschließt Jack Reacher, der ehemalige geniale Ermittler der Militärpolizei, in der sengenden Hitze von Texas per Anhalter zu fahren. Tatsächlich stoppt ein weißer Cadillac mit der schönen jungen Carmen Greer am Steuer – die ihn anheuert, ihren Ehemann umzubringen. Doch was sich so perfide anhört, ist eine aus tiefer Verzweiflung geborene Idee. Jacks Interesse – und Mitgefühl – ist geweckt. Er verdingt sich als Hilfsarbeiter auf der Ranch, um Carmen zu beschützen. Mit mäßigem Erfolg, denn der gewalttätige Ehemann wird im gemeinsamen Schlafzimmer erschossen – und die Ereignisse überstürzen sich mit tödlichen Konsequenzen …

Harry Mulisch – Die Entdeckung des Himmels

Eine in das umtriebige und abgründige 20. Jahrhundert ausschwärmende Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, eine Liebe, die aufmüpfigen Sechziger, die pragmatischen Siebziger und die windigen Achtziger Jahre und den langen Nachhall der Kriegs- und Nachkriegszeit; über ein ungewöhnliches Kind, das einen noch ungewöhnlicheren «Auftrag» hat; einen Astronomen und Don Juan, der nie zur Ruhe kommt, und ein Sprachgenie, das in der Politik Karriere macht.

Und wieder eines dieser Bücher, die berühmt sind und man trotzdem aus unerfindlichen Gründen nie gelesen hat. Dafür ist das Reisen da. Man tut (liest) Dinge, die man sonst nie tut (liest). Weil zu wenig Zeit, zu viele Seiten, zu bequem oder was weiss ich …

James Corey – The Expanse

Die SF-Saga The Expanse, ein Must-Read und Must-See für alle Fans Action-geladener Weltraumabenteuer, ist inzwischen bei Band 8 Tiamat’s Wrath  (Erscheinungsdatum 28.3.2019) angekommen. Captain James Holden und seine Crew stehen vor weiteren Abenteuern und Herausforderungen.

Ich gebe es zu, ich bin ein grosser Fan der Serie und kann nur hoffen, dass nicht wie bei anderen Beispielen die Zitrone solange ausgepresst wird, bis kein Saft mehr vorhanden ist. Mal etwas Gutes über Jeff Bezos: er hat im Alleingang die TV-Serie gerettet und die Finanzierung der Staffel 4 sichergestellt. Danke, reichster Mann der Welt!

Die Menschheit hat das Sonnensystem kolonisiert. Auf dem Mond, dem Mars, im Asteroidengürtel und noch darüber hinaus gibt es Raumstationen und werden Rohstoffe abgebaut. Doch die Sterne sind den Menschen bisher verwehrt geblieben. Als der Kapitän eines kleinen Minenschiffs ein havariertes Schiff aufbringt, ahnt er nicht, welch gefährliches Geheimnis er in Händen hält – ein Geheimnis, das die Zukunft der ganzen menschlichen Zivilisation für immer verändern wird.

George Eliot – Middlemarch

Im englischen Örtchen Middlemarch verflechten sich vor dem Hintergrund der beginnenden Industrialisierung die Schicksale mehrerer Personen: Die junge und idealistische Dorothea Brooke erhofft sich von der Ehe mit dem Gelehrten Casaubon geistigen Austausch. Dr. Lydgate soll das neue Hospital leiten und freit um die schöne Rosamond. Deren Bruder Fred wiederum wirbt lange vergeblich um die Bauerstochter Mary …

Bei einer Umfrage des englischen Guardian wurde Middlemarch zum besten englisch-sprachigen Roman aller Zeiten erkoren. Was für ein Roman, was für ein Schunken! Ich hätte das Ding ausnahmsweise als e-Book nach Ladakh mitnehmen sollen, aber nein, es sollte nicht sein. Aber immerhin – die Anstrengung hat sich gelohnt.

Die Südindien Bücher

Die Freude des Reisenden beim Lesen

Ich bin – soviel ist klar – ein Bücherfetischist. Es ist mir immer noch nicht möglich, an einer Buchhandlung oder sogar einem Bahnhofkiosk vorbeizugehen, ohne einen Blick auf die ausgestellten Bücher zu werfen. Auch dann nicht, wenn mein Vorrat an noch nicht gelesenen Büchern bis ans Lebensende gefüllt ist, kann ich der Versuchung nicht widerstehen, zumindest daran zu riechen, sie in den Händen zu halten, durch die Seiten zu blättern, den ersten und den letzten Satz zu lesen.

Verrückt? Wahrscheinlich.

Und ganz besonders glückliche Lesemomente erlebe ich jeweils beim Reisen. So auch in Südindien, inmitten tropischer Hitze, exotischen Sehenswürdigkeiten, während mühsamer Busfahrten. Der kleine Moment der Flucht. Wenn die Welt da draussen zu verrückt ist.

So wie in  Burma oder Ladakh oder Südamerika. So wie überall.

Robert Harris – The Ghost

Der britische Ex-Premierminister Adam Lang will seine Memoiren veröffentlichen. Nach dem dubiosen Mord an seinem Ghostwriter recherchiert dessen Nachfolger genauer als verlangt und macht eine Entdeckung, die zu einem weltpolitischen Chaos führen könnte. Stand der Premier tatsächlich im Dienst der CIA?

Die personelle Annäherung an einen ehenmaligen Prime Minister ist nicht zufällig, auch wenn die Story erfunden ist. Wie auch immer – wie die meisten Harris-Romane ein Lesevergnügen. Und übrigens – der Film, basierend auf dem Roman, ist ebenso sehenswert. Ewan McGregor spielt die Hauptrolle.

Stieg Larsson – Millenium Trilogy

Millennium Series (5 Book Series) von Stieg Larsson David LagercrantzWas geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander im Auftrag des Onkels recherchieren. Was sie in der vangerschen Familiengeschichte zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.

Der Journalist Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel. Junge russische Frauen werden gewaltsam zur Prostitution gezwungen. Die Hintermänner bekleiden hohe Regierungsämter. Als Blomkvists Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf die Ermittlerin Lisbeth Salander. Nur Blomkvist glaubt an ihre Unschuld. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.

Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner, der Journalist Mikael Blomkvist, schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Um jeden Preis. Blomkvist weiß, dass es diesmal um Salanders Leben geht. Gegen alle Widerstände bringt er die Wahrheit ans Licht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.

Khaled Hosseini – The Kite Runner

Afghanistan 1975: Der zwölfjährige Amir will unbedingt einen Wettbewerb im Drachensteigen gewinnen, um seinem Vater seine Stärke zu beweisen. Dazu braucht er die Hilfe von Hassan. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet die beiden Jungen eine innige Freundschaft. Bis am Tag des Wettkampfs diese von Amir auf schreckliche Weise verraten wird. Die Wege der beiden trennen sich, während das Land gleichzeitig seiner Zerstörung entgegengeht. Viele Jahre später kehrt der erwachsene Amir aus dem Ausland in seine Heimatstadt zurück, um seine Schuld zu tilgen. Doch Kabul hat sich seit damals sehr verändert.

Die Südamerika Bücher

Reiseliteratur – damals und heute

Bei meinen Reisen hat das Gewicht der Bücher eine ernsthafte Herausforderung dargestellt. 5-6 Bücher wiegen zusammen schnell mal mehr als der Rest der übrigen Reiseutensilien.

Das hat sich natürlich geändert, seit es eBooks in Hülle in Fülle gibt. Und überall, wo Wifi zur Verfügung steht, kann das nächste problemlos heruntergeladen werden.

Problemlos? Nicht für mich. Ich habe die eBooks ausprobiert, habe versucht möglichst vorurteilsfrei einen Vergleich anzustellen. Wahrscheinlich bin ich zu alt, ein Dinosaurier aus alten Zeiten würden meine Kinder sagen, aber es ist so: ich fühle mich unwohl. Warum? Schwierig zu sagen. Bücher sind etwas Sensitives, man muss sie riechen, fühlen, betasten können. Das erste Mal durch die noch druckfrischen Seiten blättern … unvergleichlich! Das ist das Problem. Oder ein klassisches Dilemma.

Philip Reeve – Mortal Engines

Mortal Engines (Predator Cities Book 1) (English Edition) von [Reeve, Philip]Predator Cities beginnt mit Mortal Engines, dem ersten von vier Romanen aus Philip Reeves Tetralogie. Die Geschichte spielt in einer futuristischen Steampunk-Version von London. Inzwischen sind die Städte auf gigantischen Motoren montiert und fahren zum Überleben über die Erde auf der Suche nach Rohstoffen.

Wenn Peter Jackson einen Stoff in die Hand nimmt, kommt es entweder genial (Lord of the Rings) oder auch mal enttäuschend (The Hobbit) heraus. Hoffen wir bei der Verfilmung von Philip Reeves grossartiger Predator Cities Tetralogie auf den genialen Lord-of-the Rings Peter Jackson (er fungiert allerdings nur als Produzent) und freuen wir uns auf den 13. Dezember; dann findet in den Kinos die Premiere statt.

Zadie Smith – White Teeth (Zähne zeigen)

Als Zadie Smiths Debütroman 2000 erschien, wurde er als literarische Sensation gefeiert, mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, und er stand wochenlang auf den Bestsellerlisten. Mittlerweile gilt das Buch als Klassiker der englischsprachigen Gegenwartsliteratur.

Im Zweiten Weltkrieg verpassen die Soldaten Archie Jones und Samad Iqbal ihre große Chance auf eine Heldentat – den einzigen Nazi, dem sie begegnen, lassen sie laufen. Dreißig Jahre später kämpfen beide in London mit zerplatzten Träumen, jüngeren Ehefrauen, widerspenstigen Kindern und den großen Themen ihres Lebens: Herkunft, Religion, Hautfarbe und Geschichte.

Manchmal ist man einfach nicht in der Lage, ein wirklich gutes Buch auf den ersten Blick erkennen zu können. Zadie Smith hat mit 25 (!) Jahren einen Roman veröffentlicht, der zu Recht Furore gemacht hat. Und jetzt, fast 20 Jahre nach der Veröffentlichung bin auch ich ihm verfallen. Die Zeit hat sich gelohnt.

Cixin Liu – Die Trisolaris-Trilogie

Die Trisolaris-Trilogie (Reihe in 3 Bänden) von  Cixin LiuLius bekanntestes Werk Die drei Sonnen ist der erste Band der Trisolaris-Trilogie. Sie wird fortgesetzt mit Band 2 Der dunkle Wald und Band 3 Jenseits der Zeit.

China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.

Gabriel Garcia Marquez – Hundert Jahre Einsamkeit

»Hundert Jahre Einsamkeit« erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Familie Buendía und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo, das zunächst wie das Paradies erscheint. Abgeschnitten vom Rest der Welt durch Sümpfe, Urwald und eine undurchdringliche Sierra, ist es der Ort, an dem sich alle Träume, Alpträume und Entdeckungen des Menschen noch einmal zu wiederholen scheinen.

Was soll ich dazu sagen? Ganz einfach – es ist und bleibt seit Jahrzehnten mein Lieblingsbuch aller Zeiten – endlich wiedergelesen! Wenn ich ein einziges Buch zur Auswahl hätte, dies wäre die definitive Wahl. Lesen und geniessen!

Charles Dickens – David Copperfield

David Copperfield wird nach dem Tod beider Elternteile von seinem Stiefvater auf die Schule des brutalen Mr. Creakle geschickt. Dort verlebt er eine bedrückende Zeit und wird bereits als Zehnjähriger zur Fabrikarbeit gezwungen. Elend und Ausbeutung stehen im Zeitalter der blühenden Industrialisierung auf der Tagesordnung, und David kann sich den unerträglichen Bedingungen nur durch die Flucht zu seiner Tante Betsey entziehen. Obwohl diese ihn kaum kennt, nimmt sie ihn herzlich auf. Nach entbehrungsreicher Zeit scheint sich das Blatt zu wenden und der Junge kann eine gute Schule besuchen.

Es hat seine Zeit gedauert, bis ich dieses monumentale Werk nicht nur lesen, sondern auch geniessen konnte. Ein erster Versuch in meinen Dickens-Jahren scheiterte kläglich. Nach Oliver Twist oder A Tale of two Cities fand ich des Werk eher mühsam. Jetzt endlich (vielleicht hat die fremde Umgebung in Südamerika ihren Einfluss ausgeübt) bin ich ihm verfallen.

Die Burma Bücher

Bücher für unterwegs

Nie die Bedeutung von lesbaren Begleitern, gedruckt oder digital, unterschätzen: Sie unterhalten während langweiligen Reisen, sie trösten in einsamen Stunden, sie geben Ratschläge und Unterstützung.

Die folgenden haben mich durch Burma begleitet. Ich bin ihnen dankbar.

Andy Weir – The Martian

The Martian (English Edition) von [Weir, Andy]Bei einer Expedition auf dem Mars gerät der Astronaut Mark Watney in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Nahrung. Ohne Ausrüstung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Für Mark Watney beginnt ein spektakulärer Überlebenskampf …

Ein grossartiges, unglaublich witziges Buch. Ich habe selten so viel gelacht, obwohl die Ausgangslage nicht gerade als lachsalvenfördernd daherkommt. Und die Verfilmung von Ridley Scott überzeugt ebenso. Soviele Magic Moments! Vor allem kurz vor Schluss. Nicht verpassen!

Philip Roth – Der menschliche Makel

Im Jahr 1998, als Amerika sich angesichts der drohenden Amtsenthebung seines Präsidenten einer Ekstase der Scheinheiligkeit hingibt, wird in einem neuenglischen Städtchen Coleman Silk, ein in Ehren ergrauter Professor für klassische Literatur, zum Rücktritt gezwungen. Der gegen ihn erhobene Vorwurf lautet, er sei ein Rassist. Dieser Vorwurf ist falsch, doch die Wahrheit über Silk würde selbst seine unerbittlichsten Feinde überraschen.

Ich bin eigentlich kein grosser Fan von Philip Roth. Seine penetrante Konzentration auf die sexuellen Flic-Flacs alternder Männer ist nervend und überflüssig, aber was er mit diesem Roman zeigt, ist Nobelpreis-würdig. Aber wir alle wissen, dass das Komitee eher Walt Disney auszeichnen würde als Philip Roth. Ein Schicksal, das er mit vielen berühmten Literaten teilt (Graham Greene etc.).

John Williams – Stoner

Der Kritiker Morris Dickstein hat gesagt, dass John Williams’ Stoner “etwas viel Selteneres ist als ein großer Roman – es ist ein perfekter Roman”, und in den letzten zehn Jahren wurde diese strenge und tief bewegende Geschichte von einem Professor des Midwestern College von Lesern auf der ganzen Welt angenommen.

Ein Buch von einem Autor, von dem ich nichts wusste. Umso grösser die Überraschung. Und umso grösser das Vergnügen einer Entdeckung.

Ewan McGregor – Long Way Round

Zwei Männer, zwei Motorräder, 20 000 Meilen. Ewan McGregor, weltbekannt aus »Star Wars«, »Trainspotting« und »Moulin Rouge«, und sein Freund und Kollege Charley Boorman verbindet nicht nur eine enge Freundschaft, sondern auch eine tiefe Leidenschaft für Motorräder und das Extreme. Gemeinsam verwirklichen sie einen alten Traum: einmal mit dem Motorrad um die Welt fahren, von London durch ganz Europa und Asien, rüber nach Kanada und weiter nach New York – ein wilder Ritt durch großartige Landschaften und extremes Wetter, mit anrührenden Begegnungen und heiklen Situationen.

Da kommt Neid auf. Mehr ist von einem passionierten Traveller nicht zu erwarten.

Ted Simon – Jupiters Träume

Der legendäre Motorradfahrer Ted Simon lebt noch einmal seinen Traum: Mit 70 Jahren umrundet er auf seiner BMW den Globus, durchquert Europa, reist von Tunis bis ans Kap der guten Hoffnung, setzt nach Brasilien über und fährt durch Amerika. Er erkundet Neuseeland und Australien und kehrt nach zweieinhalb Jahren on the road über den asiatischen Kontinent nach Europa zurück.

Ted Simon folgt seinen eigenen Spuren. 1973 war er bereits zu einer vier Jahre währenden Weltumrundung mit seinem Motorrad aufgebrochen. “Jupiters Fahrt”, sein Buch über diese Erfahrungen, wurde ein internationaler Bestseller und machte Ted Simon zur Kultfigur.

Sein erstes Buch Jupiters Travels steht auf meinem ganz persönlichen Kanon weit oben (und hat wahrscheinlich viel dazu beigetragen, selbst loszuziehen).

Jupiters Träume hingegen hat mir Albträume und depressive Verstimmungen schlimmster Art eingetragen. Wenn er beschreibt, wie die einstmals von wilden Tieren bevölkerten Ebenen in Afrika leer und leblos sind, wird das Herz schwer …

Die Südostasien Bücher

Bücher für unterwegs

Wenn ich nichts zu lesen hätte, würde ich auch das Telefonbuch lesen. Dieser Spruch ist nicht von mir, aber er könnte es sein. Eine Reise ohne Bücher? Unvorstellbar.

Fast das gleiche wie ein Leben ohne Bücher.

Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Reise des Harold Frey

Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Und seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Und sich selbst. Und für uns alle.

Das Buch, das mich bei dieser Reise am meisten beeindruckt hat, gab in leicht abgeänderter Form dem Blog seinen Namen: An unlikely Pilgrimage to the Heart of South-East Asia. Da sieht man wieder einmal die Macht der Literatur (“Die Feder ist mächtiger als das Schwert”).

Charlotte Brontë – Jane Eyre

Nach dem Tod ihrer Eltern wächst die Waise Jane Eyre bei ihrer hartherzigen Tante auf. Doch für Mrs. Reed ist Jane eine Bürde, die sie schnellstmöglich wieder loswerden will. So wird Jane erst in ein spartanisches Mädcheninternat geschickt und nimmt schließlich eine bescheidene Stelle als Gouvernante auf Thornfield Hall an. Dort weiß sie ihren Dienstherren, den finsteren Mr. Rochester, mit ihrer Klugheit, ihrer Ehrlichkeit und ihrem Witz zu beeindrucken. Als er ihr seine Liebe gesteht und ihr einen Antrag macht, scheint Janes Leben endlich eine glückliche Wendung zu nehmen. Doch die Mauern des Landsitzes bergen ein furchtbares Geheimnis …

Ach ja, die Bronté-Sisters. Eine begabter als die andere. Eingeschlossen in einer Welt aus Literatur formen sie in unterschiedlicher Weise selbst Weltliteratur, sei es Emily mit Wuthering Heights oder eben Charlotte mit diesem Hammer von einem Roman. Und alle starben sie viel zu früh …

John Lanchester – Capital

Großstadtleben in Zeiten der Finanzkrise: Jedes Haus in der Südlondoner Pepys Road hat viel Glück, Liebe und Leid gesehen. Anhand der Leben der Bewohner dieser mehr oder weniger normalen Straße zeichnet John Lanchester ein hochaktuelles Panorama unserer Gegenwart. Alles geht seinen gewohnten Gang, bis an einem ganz normalen Tag bei den stolzen Eigenheimbesitzern dieser Straße eine merkwürdige Nachricht im Briefkasten liegt: »Wir wollen, was ihr habt.« Ein Roman voller Mitgefühl, Humor und Protagonisten, die man nicht mehr missen möchte.

Man möchte manchmal schreien oder zumindest dem Autor zurufen. dass die heutige Welt genau so ist. Aber man schweigt und ist verstimmt. Nicht wegen des Buchs, das ist Weltklasse, aber wegen allem anderen …

Malcolm Gladwell – Outliers

Warum sind manche Menschen Gewinnertypen – und andere nicht? Der Wissenschafts-Guru Malcom Gladwell untersucht, was einen Überflieger ausmacht. Denn nicht das Wie spielt beim Erfolg die Hauptrolle, sondern das Woher.

Nicht Fleiß und Begabung sind ausschlaggebend, sondern vielmehr Herkunft und kulturelle Prägung. Seine spannende Erkundung der Welt der Genies steckt voller Geschichten und Beispiele. So erklärt Gladwell, warum Asiaten gut in Mathe sind, wie man ein herausragender Fußballer wird und welches Geheimnis die Beatles zur erfolgreichsten Band aller Zeiten machte.

10’000 Stunden, um in irgendwas gut zu werden? Die Beatles bewiesen es und viele andere. Da bleibt mir noch einiges zu tun …

Richard Price – Clockers

Clockers sind Dealer, die ihre Junkies Tag und Nacht mit Stoff versorgen. Auch hier im Slum, wo die Welt rauer ist als irgendwo. Hilflos steht die Polizei aggressiv daneben, die Stadt resigniert. Bis sich die Spannung in einer Explosion entlädt.

Eine Welt, für uns Biedermänner kaum verständlich. Und trotzdem hat man bei vielem den Eindruck, dass die Welt der Drogen gar nicht so unterschiedlich ist von den Mechanismen der heutigen Welt. Da kommt man ins Grübeln …

George R. R. Martin -A Song of Ice and Fire

Zum grandiosen Epos A Song of Ice and Fire, auch bekannt als Game of Thrones, ist nichts mehr hinzuzufügen. Ausser natürlich, dass der seit Jahren versprochene Band 6 The Winds of Winter mit grosser Wahrscheinlichkeit nie erscheinen wird (vom abschliessenden Band 7 ganz zu schweigen).

Geniessen wir also die 5 erschienenen Bände und freuen uns auf den Abschluss der erfolgreichsten TV-Serie aller Zeiten im April 2019.

Die Laos-Bücher

Paul Theroux’ Reisebücher

Ich erinnere mich immer wieder mit Freude an Paul Theroux’ Reisebücher und seine berühmten Bahnabenteuer, aber auch die Bücher, die ihn jeweils begleiteten. Auf einige davon bin ich nur durch ihn gestossen.

Aus diesem Grund hier die paar Reisebegleiter, die Laos-Bücher, die mich durch Laos begleitet und mir manche langweilige Stunde versüsst haben.

Philip Pullman – His dark Materials

Die Waise Lyra, Hauptfigur in »Der Goldene Kompass«, lebt in einer Parallelwelt – der unseren ganz ähnlich –, in der Wissenschaft, Theologie und Magie eng miteinander verwoben sind. Als ihr bester Freund verschwindet, macht Lyra sich auf die Suche nach ihm und kommt einer finsteren Verschwörung auf die Spur.

Sie muss herausfinden, was es mit dem seltsamen »Staub« auf sich hat. In »Das Magische Messer« bekommt sie dabei Unterstützung von Will, der ein besonderes Messer besitzt: Mit ihm kann er Fenster zwischen den Welten öffnen. Nach und nach entdecken Lyra und Will die Wahrheit über Lyras Herkunft. Und über ihre Rolle in der großen Schlacht, die nicht nur eine Welt umfasst und die in »Das Bernstein-Teleskop« ihren spannenden Abschluss findet.

Philip Pullman – His Dark Materials, ist eine unvergleichliche Fantasy-Serie, die das Leserherz von Millionen gerührt hat. Die Verfilmung von Band 1 Der goldene Kompass erhielt nicht gerade euphorische Kritiken, deshalb wurde auf die Verfilmung der Bände 2 und 3 verzichtet. Aber jetzt plant die BBC eine neue Bearbeitung als Mini-Serie. Spannend! Und ja, Pullman schreibt eine neue Trilogie, das Prequel zu den Dark Materials.

Charles Dickens – Great Expectations

Es gibt 100 000 Bücher, die schön sind; 10 000, die sehr schön sind; 1 000, die noch viel schöner sind als alle die anderen. Und es gibt 100 Bücher, die den lieben Gott zum Weinen bringen: Eines davon ist Charles Dickens’ Große Erwartungen.

Muss man mehr dazu sagen?

Ich habe jahrelang vergessen, mich an dieses Buch zu erinnern. Und ausgerechnet in Laos, zeitlich, geographisch und kulturell Lichtjahre vom Englang des 19. Jahrhunderts entfernt, bin ich daran erinnert worden. Zu meiner Freude und Befriedigung.

Patrick Leigh Fermor – Die Zeit der Gaben / Zwischen Wäldern und Wasser

 

18 Jahre alt ist Patrick Leigh Fermor, als er sich aufmacht, Europa zu erkunden. Sein Ziel vor Augen, er will nach Konstantinopel, wandert er zunächst von Hoek van Holland rheinaufwärts. Tief hinein nach Deutschland geht die winterliche Reise, durch Wiesen und Wälder, verschneite Städte, die Donau entlang, nach Wien und Prag, bis in die ungarischen Marschen.

Es ist das Jahr von Hitlers Machtergreifung. In seiner poetischen und präzisen Sprache lässt Patrick Leigh Fermor vor unserem inneren Auge das alte Europa erstehen, das wenige Jahre später in Schutt und Asche versinken wird.

Das ideale Reisebuch. Man wundert sich über einen Achtzehnjährigen, der 1933 mitten im Winter einfach losmarschiert, den ganzen Kontinent durchquert und schliesslich am Ziel in Istanbul ankommt. Man möchte sofort selbst packen und losmarschieren …

Gregory David Roberts – Shantaram

Als der Australier Lindsay in Bombay strandet, hat er zwei Jahre Gefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Zu seinem großen Glück begegnet er dem jungen Inder Prabaker, der ihn unter seine Fittiche nimmt.

Auf ihren Streifzügen durch die exotische Metropole schließen die beiden eine innige Freundschaft, und Lindsay lernt nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen: Er wird zu „Shantaram“, einem „Mann des Friedens“, und kämpft für die Ärmsten der Armen. Doch dann verfällt Lindsay einer Deutsch-Amerikanerin mit dubiosen Kontakten zur Unterwelt.

Man weiss immer noch nicht, ob die Geschichte wahr ist, oder ob der begnadete Erzähler sie sich aus den Fingern gesogen hat. Eigentlich egal, denn es ist ein ganz grosses Lesevergnügen. Und ausserdem: dieses Buch habe ich am Strand von Calangute in Goa einem fliegenden Händler abgekauft. Eine Kopie einer Kopie einer Kopie …

Carlos Ruiz Zafon – Der Schatten des Windes

An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich, er heißt ›Der Schatten des Windes‹, und er wird sein Leben verändern.

Immer wieder erstaunlich, dass im Wust der jährlichen Neuveröffentlichungen solche Kleinode entdeckt und zu einem Welterfolg werden.

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