Glücksmomente

Es gibt diese Glücksmomente, die immer dann eintreffen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Der erste in dem Augenblick, da ich das verdunkelte Hotelzimmer verlasse, hinaustrete in den nach Sommer und Wärme und Frische duftenden Morgen, der Kopf noch schwer vom langen Schlaf, die Augen geschwollen, der Blick verschleiert. Eine Explosion der Sinne, es kommt mir vor, als würde das System in diesem einen Augenblick in einen anderen Modus geschaltet.

Die Erwartungen sind gross. Ich bin da, und alles liegt offen vor mir. So wie das letzte Mal.

Frühstück am Ping River

Dann der zweite, am Ufer des Ping River, beim ersten Kaffee, schwarz und schwer und süss wie die Hölle, vor mir Rührei, Toast, Butter und rosa Konfi, nicht ganz wie bei Muttern, eher an Chemie und Zusatzstoffe erinnernd. Aber gut. In diesem Augenblick würde ich alles essen und alles gut finden. Sowas geschieht mit einem, wenn man sich wegbegibt, sich hineinfallen lässt in die Ungewissheit. Für alle, die das weder kennen noch sich vorstellen können: es sind genau diese Momente, die das Reisen so unbeschreiblich machen, so süchtigmachend. Ein Virus, der lebenslang anhält, dem man sich nicht entziehen kann, eine wunderbare Krankheit, die einzige, die es lohnt, nicht zu behandeln …

Donald Duck

Buddhismus pur – auch Donald gehört dazu

verändert und doch gleich

Und jetzt: ein paar Stunden später, im Gewühl der Stadt, irgendwo in einer etwas ruhigeren Ecke im Schatten von blühenden Bäumen, Fried Noodles mit Ei und ein schrecklich aussehendes riesiges Glas mit einer rosa Flüssigkeit darin, Red Soda, mit tausend Eiswürfeln. Ich bin zwar durstig, aber auf diese Erfrischung kann ich verzichten. Schliesslich geht es morgen weiter, mit dem Green Bus in Richtung Norden, nach Chiang Khong, zu meinem geliebten Mekong, da kann ich mir keinen Durchfall leisten.

Fried Noodles

Fried Noodles mit Ei