Key Takeaways
- Die Weitwanderwege der Schweiz (insgesamt 7) sind eine verlockende Alternative, insbesondere der Alpenpanoramaweg.
- Der Alpenpanoramaweg hat 30 Etappen und führt von Rorschach am Bodensee bis nach Genf.
- Der Weg führt quer durch die Schweiz entlang wunderschöner Landschaften und begegnet unterschiedlichen Kulturen.
- Die Herausforderungen sind groß, es sind 500 Kilometer zu absolvieren.
- Am 3. Juni 2021 beginnt die Wanderung von Rorschach nach Trogen, ein spannendes Abenteuer in der Natur wartet.
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Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schnell ein winzig kleines Virus unsere Welt auf den Kopf zu stellen vermag.
Es ist nach gut anderthalb Jahren ziemlich langweilig geworden. Eintönig. Manchmal grauenhaft öde, dann wieder auf seltsame Weise beruhigend. Für eine Weile …
Was tun?
Aber was soll man tun in dieser Zeit, die manchmal aus lauter Nichts besteht. Aus gleichförmigen Tagen und einer sich in die Länge ziehenden Zeit?
Man könnte es sich natürlich weiterhin mit einem Bier oder einem Glas Prosecco auf dem Sofa bequem machen und die x-te Netflix Serie reinziehen.
Keine Option.
Dann endlich die grandiose Idee: wie wäre es, zur Abwechslung die Schweiz kennenzulernen. Zu Fuss. Es gibt doch sicher auch in der Schweiz die sogenannten Weitwanderwege.
Und so entstehen langsam die Umrisse eines ziemlich verrückten Plans …
Die Weitwanderwege durch die Schweiz
Die beste Plattform für eine detaillierte Übersicht über die Schweizer Weitwanderwege bietet die Plattform schweizmobil.ch.

Unter der Rubrik „Nationale Routen“ beschreibt sie die 7 Weitwanderwege, die auf unterschiedlichen Routen durch die Schweiz führen.
Die Wahl ist nur auf den ersten Blick schwierig, auf den zweiten wird schnell klar, dass keiner der anspruchsvollen Routen in Frage kommt. Also weder die Via Alpina oder der Trans Swiss Trail noch die Via Jakobi. Ich bin ja nur alt, nicht verrückt.
Einer aber sticht klar heraus – der Alpenpanoramaweg.
Der müsste auch für ältere Semester machbar sein (das werden wir herausfinden). Er führt durch den Voralpen entlang, links des Weges als permanente Begleitung die Bergketten der Alpen. Und nicht zu vergessen: er entspricht mit 30 Etappen ungefähr der Zeit, die ich mir (zumindest in meinen Träumen) vorstellen kann.
Aber es bleiben Zweifel …
Der Alpenpanorama Weg – eine besondere Herausforderung
Dann also der Alpenpanorama Weg.
Aus der anfänglichen Skepsis (für die ich dankbar bin, denn sie hält mich normalerweise vor allzu dummen Entscheidungen ab) wird langsam so etwas wie Zuversicht, dass es zumindest im Bereich des Möglichen liegen könnte. Ich stelle mir Ruhepausen vor, alle paar Tage die Beine ausstrecken und dann weitergehen. Und wenn alle Stricke reissen, dann halt abbrechen.
Auf jeden Fall mache ich mich geistig schon mal auf die Möglichkeit bereit, dass die Sache kläglich in die Hose gehen könnte und ich nach 3-4 Tagen wieder zu Hause bin. Natürlich mit extrem angeschlagenem Selbstbewusstsein und der Einsicht, dass es offenbar doch altersbedingte Grenzen gibt.
Aber mal sehen.
Je länger die Zeit vergeht und der Frühling Einzug hält, desto konkreter werden die Pläne, und irgendwann im April steht meine Entscheidung. Die Skepsis meiner Umwelt ist verständlich, ich bin ja selbst nicht sicher, ob dies der grösste Flop meines Lebens werden könnte.

Der geplante Weg führt über 30 bzw. 29 Etappen (eine Korrektur der Strecke hat zu einer Reduktion der Etappen geführt; das kommt mir sehr entgegen) von Rorschach am Bodensee via Appenzellerland, Toggenburg, Zentralschweiz, Emmental, Schwarzburgland bis zum Genfersee und schliesslich zum Endpunkt Genf.
Und sollte ich dort tatsächlich ankommen, liegen mehr als 500 Kilometer hinter mir.
500 Kilometer? Eine Zahl, die mir ehrlich gesagt, Bauchschmerzen bereitet, denn 500 Kilometer sind 500’000 Meter, und wenn ich der Umrechnung, die ich im Internet gefunden habe, Glauben schenken darf, sind das ca. 800’000 Schritte. Ich finde, das sind sehr viele Schritte, aber wie man so schön sagt, der erste ist immer der schlimmste. Oder einfach der erste?
Anyway, was kann schon schief gehen? Ich mache mich vielleicht lächerlich, aber was soll’s, der Versuch ist es wert.
Der Start kommt näher
Ich reserviere alle Hotels für die ganze Strecke. Bereits jetzt sind freie Übernachtungen in der Genferseeregion ein rares Gut. Die Konsequenzen sind mir bewusst: es gibt keine spontanen Ruhetage mehr, ich bin gezwungen, die ganze Strecke ohne Pause durchzulaufen.
Aber erstaunlicherweise wird sich diese anfänglich gewagte Entscheidung wider Erwarten als positiv herausstellen.
Und ein weiteres nicht ganz unwichtiges Detail: ich erwarte und hoffe, dass ab Anfang Juni die offizielle Öffnung der Restaurants erfolgen wird. Das wird mir einige langweilige Picknicks in meinem Hotelzimmer ersparen. Anfang Juni scheint mir auch hinsichtlich Schnee auf den höchsten Erhebungen des Trips optimal zu sein, ich hege nicht die geringste Lust, mich durch Schnee und Eis zu quälen.
Aber irgendwann sind alle Fragen geklärt, die Hotels reserviert, aller Proviant eingepackt, Rucksack und Stöcke und alles andere bereit.
Und so dämmert der Morgen des 3, Juni 2021 herauf …
Und hier beginnt die Wanderung … von Rorschach nach Trogen.