Leh-Manali Highway – Zaghafte Blicke in gähnende Abgründe

 

Schon gehört von der berüchtigsten und gefährlichsten Strasse der Welt, dem „Camino de la Muerte“ oder übersetzt der „Strasse des Todes“?

Sie befindet sich in Bolivien, ist gut 80 Kilometer lang und wird als gefährlichste Strasse der Welt bezeichnet.

Ein Unglück vom 24. Juli 1983, bei dem ein Bus ins Schleudern geriet, in eine Schlucht stürzte und die 100 Insassen in den Tod riss, gilt als Boliviens schlimmster Verkehrsunfall. Einer Schätzung zufolge verunglückten bis 2007 pro Monat zwei Fahrzeuge und es starben jährlich 200 bis 300 Reisende auf der Strecke. Zahlreiche Kreuze am Straßenrand markieren die Unfallstellen. Im Jahr 1995 wurde die Yungas-Straße von der Interamerikanischen Entwicklungsbank zur „gefährlichsten Straße der Welt“ ernannt. Seit den 1990er Jahren ist die Yungas-Straße aber gerade deswegen ein beliebtes Touristenziel. Vor allem Mountainbiker schätzen sie als Route zum Downhill-Biking. (Copyright Wikipedia).

Die Bilder sehen wahrhaft furchterregend aus. Und trotzdem scheint er für eine gewisse Art Mensch eine unüberwindbare Anziehungskraft zu besitzen.

 


 

Manchmal macht man die merkwürdigsten Dinge

Alles, was man über den Camino de la Muerte sagen kann, gilt auch für den Manali-Leh Highway in Nordindien. Er hat den zweifelhaften Ruf, beinahe eben so gefährlich zu sein.

Die jährlichen Opferzahlen beweisen diese Behauptung.

Der Highway ist 485 Kilometer lang quer über die Ketten des Himalaya. Früher bewegten sich Karawanen in wochenlangen Märschen zwischen Indien und Ladakh, heute bewältigen Privatfahrzeuge, Busse und Taxis diese Strecke. Man muss dafür mindestens zwei Tage einrechnen.

 

wilde Fahrt über mehrere Pässe
Eine wilde Fahrt über mehrere Pässe über 5000 Meter

Immerhin gibt es in seinem Fall eine Erklärung. Der Highway ist während der Sommermonate, d.h. zwischen April/Mai (falls der Schnee geschmolzen ist) und September (falls kein früher Wintereinbruch zu beklagen ist) die einzige Strassenverbindung zwischen Ladakh und Nordindien. In den übrigen Monaten ist Ladakh ausschliesslich über die Luft zu erreichen. Es wundert also nicht, dass sehr viele Einheimische den viel billigeren Weg über den Highway nehmen als der für die meisten unerschwingliche Flug.

Allerdings gilt dies nicht für die Touristen. Die meisten ziehen den schnelleren und sichereren Flug vor und verzichten auf das Risiko der gefährlichen Strasse.

Aber nicht alle.

Ein paar finden, dass der Highway genau das Richtige sind, um den Adrenalinspiegel wieder mal auf eine höhere Stufe zu jagen.

Zu diesen gehöre auch ich.

Eine angemessene Weise, mich von Ladakh zu verabschieden …

Koste es, was es wolle …

Warum tut man sich das an?

Keine Ahnung.

 


 

Eine erste Überraschung

Die Familie, in deren Hotel ich die letzten Tage verbracht habe, lädt mich zum Abschied zum gemeinsamen Frühstück ein. Wie immer ein zwiespältiges Vergnügen, weil die sprachlichen Barrieren einfach zu gross sind. Und so sitzen wir im halbdunklen Esszimmer, lächeln uns an oder nicken (in meinem Fall) anerkennend, auch wenn die angebotenen Speisen zwar gut gemeint sind, aber halt wie oft ganz und gar nicht dem Geschmack des verwöhnten Westlers entsprechen. Was aber völlig unwichtig ist, denn es zählt nur die Geste, und die ist einfach bezaubernd.

Kurze Zeit später treffe ich schwer beladen am Treffpunkt ein. Überraschung: der Fotograph, der den Trip initiiert hat (und klarmachte, dass er ausnahmslos neben dem Fahrer sitzen würde), hat abgesagt. An seiner Stelle wartet eine verwandte Seele, Anja aus der Lüneburgerheide, und ich bin also nicht der einzige Spinner an diesem erinnerungswürdigen Tag.

Wir haben also zwei Tage lang einen Fahrer mit perfekt ausgestattetem Wagen für uns allein, wir können den Platz nach Herzenslust tauschen, an allen Stellen anhalten, wo es uns beliebt.

 


 

Es beginnt ganz zahm

Um Punkt acht fahren wir los, anfänglich dem Industal Richtung Osten entlang, werfen einen letzten Blick auf den Wagenpark und die riesigen Zelte in Hemis (siehe Thiksey) und biegen dann endgültig in ein Seitental ein, das uns zum ersten Pass im Norden, mit 5350 Metern dem höchsten von allen, dem Taglang La, bringen wird.

Es ist sieben Uhr morgens, in der Ferne grüssen einige der höchsten Berge im sanften Morgenlicht, irgendwo dazwischen führt die Strasse durch.

 

Bergkette am Morgen
Aus der Ferne ganz freundlich und zahm

Die Strasse ist geteert und in erstaunlich gutem Zustand, eine Tatsache, an die wir uns später noch viele Male schmerzlich erinnern werden. Wenn es so weiter geht, sind wir wohl einer Illusion unterlegen. Bisher eher enttäuschend, was Gefährlichkeit und Adrenalinspiegel betrifft, aber wir ahnen, dass es in Kürze ganz anders sein wird.

 

Geteerte Strasse
Noch ist die Strasse in guten Zustand

Rote Felswände säumen unseren Weg, laut sprudelnde Bäche führen eiskaltes Wasser, gespiesen von den noch vorhandenen Gletschern. Dann wieder öffnet sich das Tal, Bäume und karge Wiesen, dann und wann weiss getünchte Stupas, die allein und verlassen am anderen Berghang stehen.

 

Rote Felsen
Rote Felsen entlang des Tals
einsame Stupas
Dann und wann ein Bach, am anderen Berghang drei einsame Stupas

Die Strasse folgt immer weiter in zahllosen Kurven dem bläulich-kalten Fluss. Wie eine künstliche, kitschige Kulisse in einem schlechten Theaterstück wachsen um den Fluss herum die verrücktesten Felsformationen in den Himmel, meistens gelbbraun wüstenartig, dann wieder grünlich oder beinahe schwarz, wechselnde Strukturen, von schartig-scharfen Kanten durchzogen, abgerundete Hügel mit tief eingegrabenen Rissen durchzogen, die oberen glitzernd in der Sonne, die im Schatten unheilvoll dunkel.

 


 

Dem Himmel entgegen

Ein einziges atemberaubendes Schauspiel für die Augen. Man glaubt, man hätte nach den Trecks und Ausflügen alle Variationen von Formen und Farben gesehen, doch das, was sich im Vorbeifahren zeigt, ist immer wieder neu, immer wieder überraschend. Ausser bewundernden „Ahs“ und „Ohs“ und „Wows“ ist es still geworden im Wagen. Der Fahrer kann sich ein gelegentliches Grinsen nicht verkneifen. Nach seinen Berechnungen hat er in diesem Jahr bereits sechzehnmal Touristen über die Strecke geführt. Wir sind Nummer siebzehn.

Eine Glückszahl, so hoffen wir.

 

Farben und Formen
Alle Farben und Formen

 

Der erste Höhepunkt – Der Taglang La

Nach dem Khardung La (siehe dort) erscheinen uns die 5350 Meter (oder doch eher 5260?) auf der Passhöhe des Taglang La nicht mehr besonders aufregend (man wird ja schnell überheblich), doch der Rundblick ist einmal mehr überwältigend. Es ist der höchste der vier Pässe, die es zu überqueren gilt, und wird als der dritthöchste befahrbare Pass der Welt deklariert (ob das zutrifft, ist zweifelhaft; die Inder möchten es gern so haben).

Mit der Höhe hat auch die Kälte zugenommen, eine scharfe Brise lässt die hunderten von Gebetsfahnen flattern. Die Taglang La Passhöhe ist eine ziemlich windige und kalte Gegend. Sie ist mit dem kleinen Gebäude mitten drin ein von weitem kaum wahrnehmbarer Farbtupfer inmitten gleichförmiger Einöde. Das einzige Anzeichen, dass es, wenn auch sehr begrenzt, so etwas wie Leben gibt.

Ein paar wenige Einheimische machen ein paar Selfies (welche Überraschung), werfen einen kurzen, eher gelangweilten Blick in die Umgebung und flüchten sich in das warme Auto. Es wundert mich immer wieder, und der Weg zum Kulturpessimismus ist nicht mehr weit. Aber wir reden hier von Symptomen, Krankheitssymptomen unserer Zeit. Da stellt die Selfie-Manie ein vergleichsweise kleines Problem dar.

 

 

Passhöhe Tanglang La
Die Tanglang La Passhöhe – ein kalter farbiger Ort inmitten von nichts
Schild auf der Passhöhe
The second highest Pass of the world – so wird behauptet
Unser Fahrer
Unser Fahrer – zum siebzehnten Mal hier
 

 

Der gemalte knallblaue Himmel

Die Gipfel des Karakorums und des Himalayas stechen wie bösartige kleine Zacken in den wie mit Pinsel gemalten knallblauen Himmel hinein. Der Blick nach Westen zeigt die Berge Pakistans, im Norden liegt China und der Tibet, im Süden Indien. Ein Eindruck von Einöde, Einsamkeit, Verlassenheit stellt sich ein, wären da nicht Störungen, kaum sichtbare Pfade und Strassen, die die Makellosigkeit zerschneiden.

 

Die Strasse schneidet durch die Einöde
Die Strasse schneidet durch die Einöde
Berge ringsum
Bösartige Zacken im wolkenbedeckten Himmel

 

Die Moore-Ebene – Ruhe vor dem Sturm

Es hat auch auf dem Aufstieg zum Taglang La einige Stellen gegeben, die – hätte es mehr Gegenverkehr gehabt – zu mehr oder weniger bösartigen Ausweichmanövern geführt hätte. Da aber der Samstagverkehr ein sehr bescheidenes Ausmass hat – kaum Lastwagen, vor allem nicht viele Militärfahrzeuge -, gelangen wir bereits zur Überzeugung, dass es mit der Gefährlichkeit dieser Strecke nicht besonders viel auf sich hat. Weit gefehlt! Denn jetzt, nachdem wir dem Pass auf der anderen Seite ins Tal hinunter gefolgt sind, wird es erst so richtig anfangen.

Aber vorerst ist noch Entwarnung angesagt. Die Strasse ist nach wie vor tipptopp, führt langen Tälern entlang, Schafherden grasen, obwohl kaum etwas Essbares zu sehen ist.

 

Schafherden
Schafe suchen nach Essbarem

Doch vorerst gilt es, die Moore Ebene zu durchqueren. 35 Kilometer fährt man auf einer schnurgeraden, flachen Strecke, nicht viel anders als auf einer gewöhnlichen Autobahn irgendwo. Man vermutet, dass die Ebene ein ausgetrockneter See ist. Es ist, wie uns der Fahrer prophezeit, die letzte Ruhe vor dem Sturm. Er schlägt vor, die gemütliche Fahrt der Ebene entlang zu geniessen, denn in absehbarer Zeit werden wir uns mit Wehmut an die asphaltierte Strasse erinnern. Er lacht dazu ein ziemlich gemeines Lachen.

Dieses Lachen vergeht ihm kurz darauf, denn wir haben im Nirgendwo tatsächlich eine Panne. Die Strasse ist immer noch in guten Zustand, da fragt man sich doch, wie die Reifen die kommenden Kilometer überstehen sollen. Wir werden sehen …

 

Panne
Panne in No Man’s Land
Gute Strasse
Aber die Strasse ist immer noch perfekt
35 Kilometer lange Ebene
Eine 35 Kilometer lange Ebene
Tote Wüste
Still und sehr tot

Und dann plötzlich Tiere, weit draussen, kaum erkennbar. Könnten es Takine sein? Obwohl sie eine rinderartige Gestalt haben, gehören sie zu den Ziegenartigen. Sehr selten, sehr bedroht. Wie viele andere Tierarten wohl kaum in der Lage, die kommenden Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, zu überleben.

Wir sehen ihnen lange nach …

 

Takine?
Takine – oder vielliecht was völlig anderes

Die Gegend wird rauer, ein Fluss hat einen tiefen Einschnitt in die Ebene gegraben. Die Bilder werden immer surrealer, da scheint ein Maler die ganze Palette verrückter Farben auf einem einzigen Gemälde versammelt zu haben.

Unten der Fluss, dessen graublaue Oberfläche daran zweifeln lässt, ob er Wasser führt. An seinen Ufern schattige Abhänge, gespickt mit dunkelbraunen Zacken, wie Zähne in einer grimmigen Fratze. Und ganz oben, schon beinahe im Himmel, die Bergspitzen, gekrönt von Wolkenschwaden, langsam und stetig darüber gleitend.

 

Verrücktes Gemälde
Ein Gemälde, das sich ein verrückter Maler ausgedacht haben muss
Flusstal und Ebene
Unten das Flusstal, wie mit einem Messer abgeschnitten von der Ebene
harte und weichere Schichten Gesteins
Alte härtere Gesteine dringen durch die weicheren Schichten

 


 

Zwischenhalt

Bevor es richtig losgeht, so der Fahrer, ein letzter Zwischenhalt. Das Gelände ist einigermassen eben, und so genau richtig für ein paar niedrige Gebäude, ein paar Zelte, Stühle und Tische an der Sonne, genau richtig für eine Stärkung. Der Fried Rice schmeckt angesichts der bescheidenen Infrastruktur richtig gut. Es könnte allerdings auch sein, dass man in der Zwischenzeit so ziemlich alles gut findet.

 

Hütten und Restaurants
Ein paar Hütten, ein paar Zelte und Restaurants
Zelte
Sehr einladend, genau richtig für einen Zwischenhalt
Fried Rice
Fried Rice als Höhepunkt des Tages
entspannte Stimmung
Wie man sieht, ist die Stimmung entspannt


 

Und dann sind sie da, die gähnenden Abgründe

Aber dann geht’s weiter, und bereits nach ein paar Kurven wird’s so richtig ungemütlich.

Habe ich beim Khardung La was von „nichts für schwache Nerven“ erzählt? Lachhaft!

Das war die Übertreibung des Jahrhunderts. Denn jetzt wird die Strasse wirklich schlecht, jetzt fängt plötzlich ein irrer Gegenverkehr an, jetzt wird man von breiten Lastwagen an den äussersten Rand der Strasse gedrängt, und jetzt, ja jetzt, beginnen die Blicke in den Schlund, in den Abyss, in den gähnenden Abgrund.

 

Strasse am gegenüberliegenden Hang
Die Strasse – kaum erkennbar am gegenüberliegenden Hang
dichter Verkehr
Die Strasse wird schlechter, der Verkehr dichter
sehr schlechte Strasse
Ist das noch eine Strasse?

 


 

Der Lachalung Pass

Während der Fahrer mit stoischer Ruhe sein Gefährt über Stock und Stein lenkt, die Hand lässig am Steuerrad, als ob es nichts Besonderes wäre, im Millimeterbereich zu navigieren, sind wir beiden ziemlich still geworden. Was will man auch sagen, wenn ein paar Zentimeter ausserhalb des Seitenfensters ein hunderte Meter tiefer Abgrund droht, wo es zwischen uns und dem Nichts nicht eine einzige Abschrankung gibt, keine Mauer, keine Sicherheitsplanken, nur ein bisschen staubige heisse Luft?

Wir erreichen die nächste Passhöhe, den Lachalung Pass (oder heisst er Lachung La?). Wieder über 5000 Meter über Meer, aber das ist schon bald normal. Ein trauriger Anblick – die Gebetsfahnen flattern nicht wie gewohnt im Wind, sie liegen auf einem Haufen, wie Müll, entsorgt. Irgendwie unverständlich, wenn man an die tiefe Reliogiosität der Ladakhis denkt.

 

Lachung La Passhöhe
Lachung La Passhöhe

 

An den guten Stellen, d.h. dort, wo die Strasse besser, vielleicht sogar breiter ist, atmet man tief durch, im Bewusstsein, dass es nur eine kurze Verschnaufpause ist, bevor um die nächste Kurve der nächste Magendreher auftaucht.

 

Abgründe
Abgründe, in die man besser nicht sieht

Die Beklemmung ist verständlich, denn mehrere Male entdeckt man am Grund die zerschellten Überreste von Trucks, aber auch von kleineren Fahrzeugen, so wie wir eines haben. Die Bedrohung ist permanent da, auch wenn man nach einer Weile glaubt, man habe sich daran gewöhnt. Das ist eine Illusion, denn jede noch so kleine Unaufmerksamkeit des Fahrers (oder des entgegenkommenden Chauffeurs) kann eine Katastrophe und das Ende bedeuten. Die ganze Zeit ist man sich der Gefahr bewusst, spürt das Adrenalin, das durch die Adern strömt, den Ausnahmezustand, diese Grauzone zwischen Hoffnung und Wirklichkeit.

 

Fluss in der Tiefe
Und dann und wann ein Fluss in der Tiefe

Aber deswegen bin ich schliesslich hergekommen. Man bewegt sich in einem Grenzbereich, möglicherweise mit leicht pathologischen Zügen, aber dieses Gefühl des potentiellen Disasters zu spüren, ist purer Wahnsinn!

 

 

Dazwischen – ganz normal – Hunger, Durst, ein Lunch-Stopp im Nirgendwo, wo die Pässe zum x-ten Mal kontrolliert werden. Der Kaffee ist gelinde gesagt grauenhaft, oder nein, es dürfte sich um den schlechtesten Kaffee aller Zeiten handeln. Ist aber völlig egal. Wir sitzen an der Sonne auf wackligen Stühlen, lassen das Gehupe und Gedränge an uns vorbeiziehen, atmen tief durch und fühlen uns einfach grossartig. Wir haben etwa die Hälfte geschafft, haben überlebt, spüren den Puls nach der Nervenanstrengung, und sind der festen Überzeugung, dass das Schlimmste geschafft ist.

Denkste!

 

 

Es ist nun später Nachmittag, hunderte, tausende von Kurven,  gefährliche Ausweichmanöver, das Durchqueren von reissendem Wasser, das über die Strasse fliesst, hinter uns, ein neuer Pass, der vierte und letzte für heute, und es wird der schlimmste von allen sein.

Während unser Fahrzeug knallhart am Rand der Strasse entlang tänzelt, dass man zu atmen vergisst, hört man nur noch schnelles Atmen. Ich versuche, keinen Pieps von mir zu geben, doch auch ich merke, wie der Atem stockt, wie einen Moment lang die Frage auftaucht, was ich hier eigentlich mache. Doch dieser kurze Moment der Klarheit geht schnell vorüber, denn da nähert sich die nächste Kurve, der nächste riesenhafte Schatten eines völlig überladenen Lastwagens taucht vor uns auf, wir schätzen die verbleibende Lücke, grad mal ein paar geknickte Zentimeter mehr als unser Wagen breit ist …

 


 

Jispa – das Tagesziel

Und dann erreichen wir Jispa, es ist dunkel, wir haben für zweihundert Kilometer 11 Stunden gebraucht. Nicht schlecht, würde ich mal sagen, aber morgen geht das Unternehmen weiter, Teil 2 des Abenteuers, genannt Manali-Leh-Highway …

 


 

PS Song zum Tag: Stone the Crows – Danger Zone

 


 

Und hier geht der Trip auf dem Manali-Leh Highway weiter …