Ist es nur Einbildung oder habe ich in meinen Solo Backpacking Trips etwas gelernt, was für mein Leben entscheidend ist?

Es ist klar – ein unvorbereiteter Trip ins Blaue hinaus kann unter Umständen verheerende Wirkungen haben. Nicht jeder erträgt das tagelange, wochenlange, vielleicht monatelange Alleinsein. Eine gewisse Sicherheit, was die eigene Reaktion auf unbekannte Bedingungen abbetrifft, sollte vorhanden sein. Der Boden wird sehr schnell unter den Füssen weggezogen, wenn die Welt plötzlich gefährlich und unbezwingbar erscheint. Das ist der Moment, wo sich alles entscheidet. Alles, was in diesen kritischen Augenblicken wichtig erscheint, ist den Faden des eigenen, gewohnten Lebens wieder aufzunehmen. Der Glaube an sich selbst ist verschwunden, nur noch ein kümmerlicher Rest des ursprünglichen Selbstvertrauens ist geblieben.


Solo Backpacking – Traum oder Alptraum?

Diese kritischen Stunden oder Tage muss man überstehen. Oder sofort nach Hause reisen.

Ich habe versucht, immer wieder ein paar mentale Schnippsel einzubauen, die zeigen, dass auch ein erfahrener Backpacker seine schwachen Momente hat. Wenn Montezumas oder Buddhas Rache zuschlägt. Oder Bettwanzen das Schlafen zur Tortur machen. Wenn man tagelang niemanden getroffen hat, ausser Einheimischen, die man nicht versteht.

Aber – alles geht vorbei. Eines Morgens erwacht man (falls man nicht schon wieder zuhause im eigenen Bett schläft) und alles ist gut. Die Luft riecht wieder nach Abenteuer und nicht mehr nach Pisse und verfaulendem Unrat. Der Himmer ist wieder blau, wie er sein sollte. Die Gesichter der Menschen sind wieder freundlich und lächelnd, nicht mehr abweisend und fremd.

Alles ist wieder da – die Lebensfreude. Und die unbändige Lust, wieder loszuziehen …

 


Indien – Ein ferner Traum

Backpacking in Indien - Kerala Backwater Tour
Kerala Backwater Tour

… so gehen die Stunden auf den Backwaters dahin, es ist entspannt, träumerisch, man sitzt gedankenverloren an der Reling. Das indische und das eigene Leben gleitet vor dem echten und dem inneren Auge vorbei, alles Hektische fällt weg …

 


Laos – dem Mekong entlang

Backpacking in Laos - Children at the Nam Ou River
Kinder am Ufer des Nam Ou

… immer schön dem Nam Ou entlang, dem gischtenden Wasser, das an Wildheit und Kraft von Kilometer zu Kilometer zunimmt, zu beiden Seiten das Ufer als wechselnde grün-gelb-braune Kulisse. Dazwischen Kinder, immer wieder Kinder, grosse, kleine, immer laut und lärmig und herzig und freundlich …

 


Durch das pulsierende Herz Südostasiens

Backpacking in Southeast Asia - Dunes at Mui Ne
Dünen unweit Mui Ne

… das ist die Wüste, wie sie mir vorschwebt, so wie in Lawrence of Arabia. Ich würde mich keine Sekunde wundern, wenn aus dem Schatten der nächstliegenden Düne Peter O’Toole auftauchte, in schneeweisse Beduinen-Gewänder gehüllt, auf dem Kopf der Turban, in der Hand die doppelläufige Flinte, die Augen voll von Abenteuerlust, der Blick in die Ferne, auf die Auseinandersetzung mit den Türken gerichtet … [siehe Reisebericht]

 


Burma – Reise durch ein erwachendes Land

Backpacking in Myanmar - Ballonfestival in Taunggy
Der Ballon wird grösser und grösser, die Menge hält den Atem an …

… und dann ist es endlich soweit. Die Ballonhülle wird durch die heisse Luft langsam aufgebläht, jetzt erkennt man die wunderbaren Farben, die Zeichnungen und Schriftzeichen darauf, sie werden grösser und grösser, bis der Ballon in seiner ganzen Pracht über der Menge hängt.

Eine Minute lang kippt er auf die Seite, ein Stöhnen geht durch die Menge, aber wundersamerweise gelingt es der Crew, ihn wieder in die Senkrechte zu bringen.

Schliesslich rennen Leute heran, sie tragen ein viereckiges Gestell, das unten angehängt wird, und jetzt, zum Entzücken der tausenden von Zuschauern – Ah! Oh! – erhebt sich der Ballon in den Nachthimmel, und kaum hat er eine gewisse Höhe erreicht, spuckt er Feuerwerk aus dem angehängten Gestell.

Ein Funkenregen senkt sich herab, rote, grüne, gelbe Explosionen, Sterne – ein Wahnsinnsspektakel … [siehe Reisebericht]

 


Ladakh und Rajasthan – atemberaubend

Backpacking in Ladakh and Rajasthan - Baby-Trek in Ladakh
Trekking Likir-Yangthang-Hemis Shukpachen (Ladakh)

… es ist nun brennend heiss geworden, die Felsen ringsherum scheinen sich mit Hitze aufzuladen. Und natürlich kommt der nächste unvermeidliche Aufstieg, und diesmal wird es so richtig heftig.

Ich bin allein, ringsherum nur tote, furchteinflössende Welt, ich bin weitherum das einzige atmende Wesen, kein Vogel, keine Maus, keine Ziege, vielleicht irgendwo versteckt ein Schneeleopard, ein beglückendes, aber gleichzeitig auch beunruhigendes Phänomen.

Aber einmal mehr, auch wenn ich mich wiederhole: das sind die Momente, deretwegen man sich auf Unternehmen dieser Art einlässt …

 


Südamerika – Unterwegs auf dem einsamen Kontinent

Backpacking in South America - Salar de Uyuni in Bolivien
Wolken spiegeln sich auf dem Salar de Uyuni (Bolivien)

… der Horizont verschwindet langsam, die Grenze zwischen Himmel und Erde löst sich auf. Je weiter man sich hinauswagt, desto surrealer werden die Luftspieglungen.

Es sind Bilder, die Salvador Dali gemalt haben könnte, fehlt eigentlich nur noch eine brennende Giraffe in der Ferne …

Die schwarzen Wolken am Horizont lassen darauf schliessen, dass ein Sturm im Anzug ist. Die Spieglungen erhalten nun eine zusätzliche Komponente: waren sie bisher hellblau, weiss, milchig, so werden sie nun zu dräuenden Ungeheuern, doppelt gespiegelt auf dem See. Aber so schnell wie es gekommen ist, verschwindet das Gewitter, Ruhe kehrt ein …

 


Nepal – Berge, Buddha, Strassenkinder

Backpacking in Nepal - Swayambunath in Kathmandu
Swayambhu

… und dann geschieht etwas, was mir den Atem nimmt. Auf dem Trottoir kauern ein paar kleine Kinder am Boden, alle völlig verdreckt, alle barfuss, alle bis auf die Haut abgemagert, und wühlen im Unrat, den dort jemand ausgeleert hat.

Davon lesen und sich schon bei der Vorstellung entsetzen, ist das eine. Das ganze Elend mit eigenen Augen zu sehen, ist das andere. Man sucht verzweifelt nach Ideen, wie man helfen könnte, doch alles, was man hat, sind ein paar Rupien. Das genügt vielleicht bis zum frostigen Abend.

Es bricht einem das Herz …