Westwärts Bangkok entgegen – As the Miles go passing by

 

Heute geht es Bangkok, dem Monster, entgegen, also eine lange Fahrt quer durch Thailand. Also früher Beginn, wieder mal ohne Frühstück. Die chinesischen Hotelbediensteten sind offenbar nicht auf frühe Gäste eingestellt, auf jeden Fall ist weit und breit nichts zu entdecken, was einem Frühstücksraum entsprechen könnte. Vielleicht gibt es schlicht keinen.


Nudelsuppe am Busbahnhof

Das Taxi kommt rechtzeitig und bringt mich zum in der Zwischenzeit sehr bekannten Busbahnhof. Die wartenden Reisenden sitzen in langen Reihen und starren stumm und müde und gelangweilt vor sich hin. Immerhin gibt es ein paar Restaurants, allerdings finde ich kein einziges, wo etwas Westliches angeboten wird. Die Busreise wird aber sehr lang sein, immerhin ist halb Thailand in einem einzigen Tag zu durchqueren. Ich brauche also dringend etwas zu essen.

Das einzige, was mir noch einigermassen akzeptabel erscheint, ist eine Suppe, es könnte sich möglicherweise um Nudelsuppe handeln. Das ist zwar nicht die Art Essen, die ich mir am frühen Morgen vorstelle, aber sie mundet gut und füllt den Magen. Die freundlich lächelnde Dame hinter dem Tresen ist auf jeden Fall hell begeistert, als ich ihr ein lobendes Nicken schenke.

 

Busbahnhof in Ubon
Müde Reisende warten auf die Abfahrt

Der VIP-Bus

Der VIP Bus (!) entpuppt sich als wirklich anders als die bisher kennengelernten in Laos. Neben jedem vorstellbaren Luxus von AirCon bis Toilette gibt es sogar eine Begleiterin, eine aufgedonnerte Matrone, die den Frühling des Lebens einige Jahre hinter sich gelassen hat. Sie macht einen ziemlich griesgrämigen Eindruck, der sich auch nicht bessert, als sie mir einen Platz zuweist, der mir ganz und gar nicht passt und ich auf einen andern im hinteren Bereich bestehe.

 

Bus nach Bangkok
Moderner Bus nach Bangkok
Bus Nr. 14
Dann also von Ubonratchathani nach Nakhonratchasima

600 Kilometer quer durch Thailand

Und so mache ich mich auf den letzten Trip dieser Reise. Er führt über eine Strecke von über 600 Kilometer quer durchs Land, eine lange, eintönige Fahrt von über acht Stunden durch die wenig abwechslungsreiche Landschaft auf einer schnurgeraden Autobahn Richtung Westen. Das ist zumindest der Plan, aber wie sich später herausstellt, können aus den acht Stunden noch ein paar dazukommen. Aber was soll’s, es ist die letzte Fahrt, sie könnte von mir aus ewig dauern.

Der anfänglich beinahe leere Bus füllt sich zusehens und ist nach kurzer Zeit bis auf den letzten Platz besetzt. Ein junger schüchterner Thai sitzt neben mir, Kopfhörer im Ohr, das Gesicht abwesend. Ich komme leider erst nach vielen Stunden, beinahe am Ende der langen Fahrt ins Gespräch mit ihm. Er hat seine Eltern besucht und kehrt nun nach Bangkok zurück, wo er an der Universität Maschinenbau studiert. Ein intelligentes Bürschen, er wird es weit bringen.

Manchmal hält der Bus, aber erstaunlicherweise steigt niemand aus. Nach etwa sechs Stunden ein Stopp, und wir werden an einer überdimensionierten Halle, die Platz für ungefähr zwei Millionen Leute hat, abgeladen.

 

Busstop
Wenig einladender Busstop

Es gibt einen Laden, ein Restaurant und unzählige Tische und Stühle, bereit für die Menschenmassen, die sich hinein entleeren. Es bleibt aber merkwürdigerweise sehr still, jedermann mampft an seinem Essen, bevor uns die hässige Matrone in den Bus zurückruft.


Rush-Hour vor Bangkok

Es ist kaum zu glauben, aber der sonntägliche Abendverkehr ist so dicht, dass die Ankunft massiv verzögert wird und wir tatsächlich erst um 19.00 ziemlich weit ausserhalb Bangkok eintreffen. Ich nehme ein Taxi, handle zwar den überhöhten Preis (Sonntag! Stau!) noch etwas herunter, aber ich bin mir bewusst, dass ich mit grosser Wahrscheinlichkeit trotzdem über den Tisch gezogen werde.

Und mein Verdacht, dass der Fahrer keine Ahnung hat, wo sich das Hotel Ibis befindet (da ich das Wort so sage wie bei uns üblich, also I-bis und nicht Ei-bis, versteht er mich nicht) bestätigt sich auch ziemlich schnell. Es braucht ein paar Anläufe, aber schliesslich landen wir doch noch im Ibis Riverside, am Ufer des riesigen Flusses gelegen, und ich bin sehr glücklich über das wunderbare Zimmer.

 

Hotel Ibis Bangkok Riverside, Thailand - Booking.com
Hotel I-bis oder Ei-bis

PS Song zum Thema:  Fifth Harmony – I’m in Love with a Monster


Und hier geht’s weiter …

 

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