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Bogota – Der letzte Tag

Auch lange Reisen gehen irgendwann zu Ende.   Das ewige Dilemma Heute ist wieder einer dieser letzten Tage. Sie sind jedes Mal eine Mischung aus Freude und Wehmut. Die Aussicht auf gutes Brot und Kaffee, Pasta, die nach Pasta und nicht Karton schmeckt, ein heisses Bad, Trinkwasser ab dem Hahnen, geheizte Räume, wenn’s kalt ist, …

Bogota – Überleben

Nach dem besten Schlaf überhaupt im weichsten Bett überhaupt werde ich durch das beste Frühstück überhaupt überrascht. Es stimmt schon – die Götter schenken mir zum Abschied ein sehr willkommenes Wiedergutmachungsgeschenk (schliesslich haben sie verschiedene, vor allem klimatische Kapriolen und anderes zu verantworten). Ein paar ältere Herrschaften nicken mir zu, während ich mit Eiern, Fruchtsaft …

Bogota – La Candelaria

Ich werde am Morgen im „Zohar Hostel“ zur Abwechslung nicht in aller Freundschaft verabschiedet (vor allem die Hotelchefin, eine zerknautschte Frau in den nicht mehr besten Jahren, wirft mir die berühmten Blicke zu, die töten könnten).   Bad Vibes Offenbar ist meine Weigerung, ein Zimmer ohne eigenes Bad zu akzeptieren, auf böses Blut gestossen. Ist …

Final Destination Bogota

Dann also die letzten 420 Kilometer. Der 10 Uhr-Bus ist reserviert, nichts steht dem letzten Teilstück meiner Reise entgegen.   Allerdings schleicht sich das unbestimmte Gefühl ein, dass die Fahrt länger als die angegebenen acht Stunden dauern könnte. Aber mal sehen. Ich nehme ein weiteres Mal die Metro, diesmal ohne Unterbrüche (bei der gestrigen Fahrt …

Smog über Medellin

Medellin.  Eine Art Nachhausekommen. Ein Blick genügt, um zu sehen, was sich seit der letzten Woche verändert hat. Die Stadt liegt unter einer dicken Smogdecke.   Smog über Medellin Verdammt! Nach letztem September in Delhi hat mich das elende Ding also ein weiteres Mal eingeholt. Obwohl in den TV Nachrichten des langen und breiten besprochen, …

Cartagena – Adios mit Wehmut

Und wieder ein Abschied, einer der weh tut.   Adios Cartagena Im Wissen, dass am heutigen Abend ein Nachtbus auf mich wartet, der eine nochmalige Tortur von über 10 Stunden verspricht, nehme ich den letzten Tag in Cartagena gelassen, beinahe schon meditativ. Ich lasse die Stadt hinter mir, das Dröhnen der Auto- und Busmotoren, das …

Cartagena – Ionesco und Frieda Kahlo

Mein Hotel ist offenbar erst seit letzten Dezember in Betrieb. Allerdings sind die Fehlüberlegungen, Konstruktionsmängel und allerlei Schäden schon heute sichtbar und absolut typisch für die diesbezüglichen Talente der Architekten und Handwerker. Lichtschalter, Steckdosen, Duschbrausen, Wasserhahnen, Türschlösser sind prinzipiell entweder am falschen Ort angebracht oder funktionieren schon gar nicht oder nur nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen. …

Cartagena – Die schönste Stadt Südamerikas

Ich erinnere mich in dieser elenden Nacht mit Wehmut an die wunderbaren Busse der „Cruz del Sur“ Gesellschaft, an die Cama Sitze, die warmen Decken, die weichen Kissen, die Beinstützen, auf der Fahrt von Cusco nach Lima. Davon kann man hier nur träumen. Nach ein paar Stunden hat man zwar irgendwie etwas Schlaf gefunden, aber …

Medellin – Botero und seine Albtraum Gestalten

Der Nachtbus nach Cartagena fährt erst um acht (wenn ich Glück habe und ein Ticket kriege). Also bleibt mir beinahe ein ganzer Tag, um mich ein weiteres Mal der Stadt zu erfreuen. Erstes Ziel: das Museo Casa de Memoria. Es soll an die schlimmen Zeiten erinnern, als die Stadt ein Kriegsschauplatz war, einer der grausamsten zu …

Medellin – Das Herz der Finsternis

Ausgerechnet in dieser Nacht funktioniert das WIFI nicht, und so schlafe ich einigermassen unbehelligt dem Morgen entgegen, während 10’000 Kilometer nordöstlich ein lustiges kleines Mädchen namens Mila Sofia das Licht der Welt erblickt.   Welcome to our world, princess Mila Sofia! Ich muss es irgendwie gespürt haben, denn schon früh am Morgen, das iPad in …

Von Cali nach Medellin – Regen und Nebel

Habe ich schon erwähnt, dass es wieder einmal regnet? Es regnet. Beim Frühstück drängen sich alle unter dem grossen Sonnenschirm bzw. Regenschirm und machen sich den Platz streitig. Da es aber ein warmer Regen ist, stört es niemanden. Tja, und dann wieder ein Abschied, allerdings ohne Tränen. Ein weiterer Bus mit einem hoffentlich weniger geistesschwachen …

Cali – Verbrechen und Salsa

Ich muss wieder mal auf das spezielle Vergnügen eines perfekten Frühstücks zu sprechen kommen. Dieses hier, im ‚Ruta de Sur“, bekommt den Oscar für das reichhaltigste, liebevollste, geschmackvollste der bisherigen Reise. Auch die Umgebung, die ja weiss Gott auch anders sein kann, manchmal muffig, irgendwo allein in einem riesigen düsteren Raum oder stehend an einer …

Nach Cali mit einem verrückten Chauffeur

Für einmal liegt der Busterminal nahe, sodass ich zu Fuss durch die regengetränkten (natürlich, es regnet auch hier andauernd) Strassen tapse und rechtzeitig für die lange Fahrt nach Cali am Bahnhof bin. Der Bus ist komfortabel und sozusagen leer. Neben mir haben sich grade mal vier Nasen im Inneren verloren, weiss der Teufel, wie man …

Willkommen in Kolumbien

In Gedanken bereite ich mich auf die nächsten Tage vor. Es wird hart werden. Grob gerechnet warten immer noch über 2000 Kilometer auf mich, falls nicht vorher der Tank leer ist (erste Anzeichen sind spürbar). Der momentane Plan (der sich schnell ändern kann) sieht vor, über die Grenze nach Kolumbien zu fahren (dem achten und …

Ecuador – Der Cotopaxi

Der heutige Ausflug soll erstens mehr nach meinem Geschmack sein als der gestrige und zweitens ein veritabler Höhepunkt werden. Der Cotopaxi, berühmt-berüchtigter aktiver Vulkan unweit Quitos, ist das heutige Ziel. Wieder steht der Bus um sieben bereit zur Abfahrt, und im Unterschied zu gestern ist das Durchschnittsalter der Teilnehmer massiv gefallen. Holländer, Australier, Brasilianer, Amis …

Ecuador – Die Mitte der Welt

Ich kann mich an einen Roman erinnern, dessen letztes Kapitel „Die Mitte der Welt“ hiess. Allerdings ging es dabei nicht um geographische Begriffe sondern um Weggehen und Loslassen und die Furcht, dass alles vergeblich ist und man am Schluss wieder am selben Ort landet. Der erste Trip – zur Mitte der Welt Darum geht es …

Quito – Vulkane, Erdbeben, Regenschauer

Auch das „Yellow House“ entpuppt sich als angenehme Trouvaille, geführt von einer Deutschen, Gabriela, die seit Jahren in Ecuador lebt, und dem Etablissement zu etwas europäischem Standard verholfen hat. Allerdings gibt es auch in Quito, auf beinahe 3000 Metern gelegen, keine Heizungen, und so bin ich also gestern Abend ohne grosse Erwartungen unter die vielen …

Quito – The yellow House

Die Auswirkungen der Regenfälle, die natürlich nicht an der Grenze zu Ecuador Halt gemacht haben, sind auch auf der Fahrt nach Norden sichtbar. Manchmal hat man den Eindruck, auf einer fahrenden Insel unterwegs zu sein. Rechts und links der Strasse überschwemmte Wiesen und Felder, Häuser, die bis zum Parterre im Wasser stehen, Wege, die kaum …

Tumbes – Nasse Füsse im Hotelzimmer

Ausnahmsweise werde ich nicht vom Lärm der Strasse oder von unruhigen Zimmernachbarn geweckt, sondern durch ein wildes Wetterleuchten, das tiefe Schrammen in den Nachthimmel reisst.   Der Himmel fällt auf die Erde Aha, das könnte der Beginn von ‚Tumbes aislado‘ sein. Die ersten Anzeichen des kommenden Unwetters. Also doch kein Journalistenkäse? Der nächste Weckruf ist …

Tumbes – Bye-bye Panamericana

Noch vor der Dusche und dem Essen und dem Schlafen ist gestern Abend klar geworden, dass es keinen einzigen Bus nach Norden gibt. Die am Fernsehen gezeigten Horrorbilder sind Beweis genug dafür, dass dort nichts, aber auch gar nichts mehr geht. Viele Brücken sind zerstört, weggeschwemmt, zu Bruchstücken zertrümmert worden. Von den Strassen ganz zu …

Von Cusco nach Lima

Während der langen Nachtsstunden ist im Bus nur das leise, gleichmässige Summen des Motors zu hören. Manchmal ächzt ein Sessel unter den schwerfälligen Bewegungen eines Schläfers, manchmal kaum hörbares Atmen oder Schnarchen oder Stöhnen. Der Bus zieht seine Bahn, beinahe lautlos, kontrolliert durch die (hoffentlich) wachen Augen des Chauffeurs, über Berge und Pässe, im Dunkel …

Cusco – Ein Fest der Indios

Heute Abend steht eine Herausforderung der besonderen Art an, die Fahrt nach Lima. Das Ticket bei ‚Cruz del Sur‘ ist gebucht, Abfahrt um 14.00, Reisedauer 18 Stunden. Das wird ein Spass. Allerdings machen mir die Nachrichten aus dem Norden von Peru etwas Sorgen. Die Bilder am Fernseher erinnern an den Tsunami 2004, schlimme Szenen, die …

Cusco – Die Stadt der Inkas

Cusco ist das absolute, unumstrittene Highlight Perus. Im Gegensatz zu anderen Orten kann ich mich gut daran erinnern. Auf der Skala von 1 bis 10 bezüglich touristischer Ausprägung erhält die Stadt mindestens eine Elf, und ist in diesem Fall durchaus positiv gemeint. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit einer der interessantesten und attraktivsten Orte …

Von Puno nach Cusco

Der Taxichauffeur steht Punkt Viertel vor sieben vor der Tür, ein kurzes ‚Hasta Luego‘ und weiter geht’s. Der heutige Tag wird sich nicht gross vom gestrigen unterscheiden, eine lange Fahrt durch eintönige Landschaften, wo manchmal während Stunden kein lebendiges Wesen zu sehen ist.   Reisen wie im Flugzeug Heute habe ich mir ein besonders luxuriöses …

La Paz im Rückspiegel

Der Frühstücksraum wird um Punkt sieben für die Fütterung der Raubtiere geöffnet, die entsprechenden Pancakes sind bereit, ebenso der Kaffee, und irgendwo schwebt eine schwer vom Schlaf gezeichnete Dame mit einer Kappe auf dem Kopf umher. Kalter Kaffee Es müsste also eben noch zeitlich aufgehen, dass ich es bis halb acht zum nahegelegenen Busbahnhof schaffe. …

La Paz – Paläste für die Toten

Ein Unterschied (einer der wenigen) zu La Paz von 1981 Ist leicht zu erkennen. Es ist die Gondelbahn, die in mehreren Linien die wichtigsten Quartiere der Stadt verbindet.   Gondel hinauf nach El Alto Ein paar Infos dazu: Im Sommer 2012 wurde vom bolivianischen Staatspräsidenten Evo Morales der Bau von drei Seilbahn-Linien angekündigt, die unter …

La Paz – Atemlos

Der Bus hat sein Ziel La Paz sogar eine Stunde vor der geplanten Ankunft erreicht. Mit zwei Freunden, kurz vor der Abfahrt in Uyuni getroffen, suchen wir uns erstmal einen Ort, wo man einen Kaffee bekommt. Es ist fünf Uhr morgens, stockdunkel, die Restaurants noch geschlossen, nur eine kleine Bar hat geöffnet. Eine resolute Dame …

Von Uyuni nach La Paz – Lautlos durch die Nacht

Ein Dorf taucht einen Augenblick auf, in mattes Mondlicht getaucht. Kein einziges Licht brennt in der Versammlung dunkler Häuser und toter Gassen. Das Dorf bleibt hinter uns zurück, wir eilen weiter, schnell, schnell, nur das monotone Summen des Motors im Ohr, dem unsichtbaren Horizont zu, der Vollmond als stummer Wächter über uns.   Der müde …

Der Salzsee von Uyuni – Salvador Dalis Traum

Es haben sich genau zwei Personen zum Morgenessen eingefunden, wie sich herausstellt ein älterer Holländer sowie ein sehr drahtig und kräftig aussehender und braungebrannter Engländer.   Der Running Man Mit ihm komme ich ins Gespräch, und es stellt sich heraus, dass ich es mit einem ausserordentlichen Exemplar der Spezies Mensch zu tun habe. Man begegnet ihnen selten, manchmal …

Die Ebene der tausend Lamas

Die Nacht ist gut verlaufen, trotz den engen Verhältnissen auf 4000 Metern nicht die geringsten Symptome. Das Frühstück inmitten tausend Leuten und einem furchtbaren Durcheinander ist, weil jeder was anderes am Kochen oder Zubereiten ist, ein kreatives Chaos. Gefällt mir aber gut.   Messe mit Feuerwerk Die Abfahrt des Busses verzögert sich. Man gibt sich …

Potosi – La Ciudad de los Mineros

Im Unterschied zu den bisherigen Erfahrungen fahren jede Menge Busse von Sucre nach Potosi und zwar auch bei Tag. Man kann also wählen zwischen einem sehr altersschwachen oder einem etwas weniger heruntergekommenen Bus. Es ist egal, die Fahrt dauert grade mal ein paar Stunden, allerdings mit ansehnlichen Steigungen. Potosi liegt nämlich auf genau 4000 Metern. …

Sucre – Der letzte Zahn

Ich streune mit einem wehmütigen Gefühl das letzte Mal durch Sucre. Die Stadt ist mir innert kurzer Zeit ans Herz gewachsen. Wenn die stinkenden Micro-Busse nicht wären, wäre es ein Ort, an dem man sich eine Weile zu leben durchaus vorstellen könnte. Diese Vehikel sind das einzige öffentliche Verkehrsmittel der Stadt, halbgrosse, völlig heruntergekommene Busse, …

Sucre – Frauenpower

Der Dichter Jean Paul sagte: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Reisen ist nicht nur eine unerschöpfliche Quelle, es ist ein Vulkan, ein Geysir an Erinnerungen. Jeder Tag bietet neue Eindrücke, nie gesehene Bilder, Begegnungen, Gesichter. Und immer dann, wenn man glaubt, alles gesehen, alles erlebt zu haben, …

Sucre – La Ciudad Blanca

Vielleicht ist es ein Fehler, aber ich habe mich davon überzeugen lassen, die nächtliche, äusserst beschwerliche Busfahrt nach Sucre bleiben lassen, und stattdessen den 30-Minuten-Flug zu buchen. Anstatt mir also heute Abend den Nachtbus anzutun, bin ich um neun am winzigen Flughafen (wohl eher Flugplatz), werde in Sekunden eingecheckt und stelle kurz darauf fest, dass …

Cochabamba – Der Himmel weint

Ein neues Gefühl am Morgen früh im Bett: man lässt die um einiges dickere und wärmere Decke bis zum Kinn hochgezogen und fragt sich, ob die Dusche wohl heisses oder zumindest warmes Wasser von sich gibt. Die Hitze liegt nämlich hinter uns, die Temperatur am frühen Morgen beträgt schätzungsweise 15 Grad, also etwa die Hälfte …

Hoch oben nach Cochabamba

Obwohl mir der Chef vom Hotel versprochen hat, eine halbe Stunde früher als normal für ein ordentliches Frühstück zu sorgen, ist um Punkt sieben kein Mensch zu sehen, oder doch? Ist die Gestalt, die sich ächzend aus einem Stuhl erhebt, der Chef? Auf jeden Fall sieht er aus, als hätte er dort die Nacht verbracht. …

Santa Cruz – Boomtown

Irgendwas weckt mich mitten in der Nacht, ein seltsames Geräusch, das mir aber irgendwie bekannt vorkommt.   Eine Lawine aus Wasser, eine Sturzflut vom Himmel Anfänglich nur ein gelegentliches Plopp, doch dann immer schneller plopp plopp plopp – ich merke, dass es zu regnen beginnt; welch wundervolles Gefühl unter der Bettdecke! – und dann fällt …

Asuncion – Das jämmerliche Ende eines Diktators

Also dann Tag zwei in Asuncion, mal sehen, ob es neben den schönen Plätzen und den freundlichen Menschen auch noch andere Sehenswürdigkeiten gibt.   Alfredo Strössner – Diktator auf Lebenszeit Wenn man die Stadt (und das Land) verstehen will, muss etwas blättern im Geschichtsbuch. Auch wenn man nicht viel weiss über Paraguay, früher oder später …

Asuncion – Hauptstadt eines vergessenen Landes

Manchmal, wenn man sie am wenigsten erwartet, sind sie plötzlich da, diese seltenen Momente der Harmonie und der totalen inneren Ruhe. Und immer treten sie dann auf, wenn etwas vorbei ist, so wie die vergangene Nacht im Bus, so wie an diesem wunderbaren Morgen in Asuncion. Ich sitze in einem winzigen Kaffee, schräg gegenüber meinem …

Iguaçu – Die brasilianische Seite

Eigentlich habe ich die Wasserfälle abgehakt, besser kann es nicht werden. Allerdings werde ich immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die brasilianische Seite der Fälle ebenso spannend und vor allem anders ist. Na gut. Der Bus Nr. 120 fährt direkt direkt zum Eingang des Parks, eine kurze halbstündige Fahrt. Ich setze mich neben einen hellhäutigen …

Die Iguaçu-Wasserfälle – Fassungsloses Staunen

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Iguaçu Wasserfälle zu erkunden. Die eine liegt auf der argentinischen Seite, die andere auf der brasilianischen. Ich beginne mit der argentinischen Seite.   Iguaçu in Argentinien Wir überqueren also die argentinische Grenze, einmal mehr Pass raus, Stempel rein, und dann geht’s endlich in Richtung des Parkeingangs. Allerdings dauert die Fahrt …

Chapeco – Niemandsland

Der moderne Mensch hat keine Zeit, sich Zeit zu lassen. Tausend Dinge sind zu erledigen, tausend Termine einzuhalten, während zehntausend Gedanken durch den verwirrten Kopf schwirren. Eine Untersuchung hat ergeben, dass die Gedanken eines durchschnittlichen Menschen im Verlauf eines Tages zu fast hundert Prozent den Gedanken entsprechen, die er schon Millionen mal gedacht hat. Es …

Westwärts – einer Soja-Wüste entlang

Der alte Mann, verantwortlich für die Rezeption am frühen Morgen, sieht etwas verschrumpelt aus in seinen Pijamas und den müden Augen. Wir tauschen verschlafene Blicke aus. Er begrüsst mich mit heiserer Stimme, ich mit ebensolcher zurück, denn es ist gerade mal halb sechs. Alles, was ich möchte, ist den Schlüssel abgeben und mich auf den …

Porte Alegre – Das Wandern durch fremde Welten

Es muss früher Morgen sein, schwache Dämmerung, aber es könnte auch das Licht der Strassenbeleuchtung sein. Wie schon so oft, an einem unbekannten neuen Ort, schleicht sich eine seltsame Verwirrung ein: ich weiss nicht, wo ich bin. Die Welt ist stumm und dunkel. Der Blick auf die Uhr würde das Rätsel lösen, aber ich bin …

Porto Alegre – Gesichter und Geschichten

Irgendwann in der Nacht, ich kann meine verklebten Augen kaum öffnen, zwängt sich eine ziemlich beleibte Brasilianerin in den leeren Sitz neben mir, bewaffnet mit zwei sehr schwer aussehenden Taschen, die sie auf den Boden zwischen Sitz und vorderer Lehne zwängt und nach lautstarken Diskussionen mit ihren Begleiterinnen sich mit allerhand seltsamen Geräuschen zur Ruhe …

Montevideo – Stadt mit Ecken und Kanten

In meinem Hostel gleicht das Leben einem ruhigen Fluss: erst kurz nach neun schwanken einige verschlafene Gestalten aus ihren jeweiligen Gemächern, hauen sich aufs Sofa und schauen erst mal etwas fern. In Südamerika scheint es normal zu sein, nicht vor halb neun zu frühstücken, aber es kann durchaus mal halb zehn werden, bis der Kaffee …

Rio de la Plata – Das versenkte Panzerschiff

Dann also bye-bye Buenos Aires. Unsere Beziehung war kurz und intensiv, fast eine Art verlängerter One-Night-Stand. So nehme ich also wieder einmal Abschied von einem Ort, an dem ich mich wohlgefühlt habe, Rucksack auf den Rücken (ist er schwerer geworden?), ein schneller Händedruck, ein letztes ‚See you‘ und das Chillhouse ist Vergangenheit. Die Strassen sind …

Palermo – Die andere Seite von Buenos Aires

Aus der Ferne, sagt Charly Chaplin, ist das Leben eine Komödie, aus der Nähe eine Tragödie. Er hat recht. Aber kommt man als Reisender überhaupt je in die Lage, hinter die Fassade zu sehen? Will man das überhaupt? Dorthin, wo es weh tut? Ich bezweifle es. Man zieht die Hochglanzversion vor. Das Schöne und das …

Buenos Aires – El Cementerio de la Recoleta

Es gibt viele Gründe, Buenos Aires zu mögen, einer davon, ein etwas morbider, ist die Stadt der Toten – El Cementerio de la Recoleta. Die Anziehungskraft von Friedhöfen hat mich mein Leben lang verfolgt. Keine Ahnung, warum das so ist (ich bin allerdings nicht der einzige, hat man mir zur Beruhigung mitgeteilt). Ich will mir …

Buenos Aires – La Boca und die Boca Juniors

Immer wieder erstaunlich, wie schnell sich der Mensch von der Strapaze eines langen Fluges und mehr als dreissig schlaflosen Stunden erholt. Auf jeden Fall scheint am Morgen alles in bester Ordnung zu sein. Die von draussen hereinschwebenden Düfte von frischem Kaffee sind so verführerisch, dass der Magen in lautes Knurren verfällt.   Das Chillhouse Das …

Das Dröhnen der Rolls Royce Motoren

Wie die Evolution gezeigt hat, ist der Mensch ein äusserst anpassungsfähiges Wesen. Andernfalls wäre er wohl kaum zur etwas umstrittenen Krone der Schöpfung geworden. Allerdings ist fraglich, ob die Evolution auch das Eingepferchtsein im Innern einer ziemlich dünnen Metallhülle vorgesehen hatte, 12 Stunden in einem viel zu engen Sitz, kaum Möglichkeiten, die Beine auszustrecken, dazwischen …

Madrid – Billiger Wein und Trunkenbolde

Ich stehe mitten auf der Puerta del Sol, dem grossen Platz im Zentrum Madrids, und wundere mich. Denn die Sprache, die ich rings um mich höre, ist nicht das schnelle, abgehackte, Konsonanten und Vokale verschluckende Madrileno, nein, es klingt vielmehr nach, ja wonach denn? Italienisch? Irgendwie schon und doch auch wieder nicht. Es dauert eine …

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