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Trans Swiss Trail – In Gotthelfs Heimat

Das wird ein langer Tag. Irgendein Anlass in Lützelflüh, vielleicht eine Gotthelf-Veranstaltung, hat dazu geführt, dass am Sonntag alle Gasthöfe ausgebucht sind. Die freundliche Dame im gewünschten Hotel verweist mich an ein anderes, das allerdings ebenfalls voll ist. Nun denn, so lande ich also  heute Abend in einem winzigen Kaff namens Ranflüh ein paar Kilometer …

Trans Swiss Trail – Die schöne blaue Aare

Es gibt einen Song von Stiller Has namens Aare, ziemlich bekannt und beliebt beim Publikum. Er wird (obwohl ich kein besonders begeisterter Fan von Stiller Has bin) mich heute der Aare entlang begleiten. Immerhin sind es fast zehn Kilometer, die ich ausschliesslich diesem blauen Wunder entlang wandern werde. Auch der Wanderführer sieht es positiv: Reizvolle …

Trans Swiss Trail – Die wiegenden Bäume

Knapp einem grandiosen Hangover entgangen, der Kopf ist einigermassen klar und bereit für die nächste Etappe. Ich schleiche durch die Korridore, es duftet nach uraltem Holz, nach abgetragenen Teppichen, nach Staub. Es kommt mir vor wie das Eintauchen in die Vergangenheit. Aber mir gefallen diese alten Gemäuer, sie hätten sicher viel zu erzählen. Ich wäre …

Trans Swiss Trail – Nomadische Gene

Man ist gut beraten, bei der Planung kürzere Etappen vorzusehen. Der Körper braucht Intervalle, in denen er nicht ans Limit gehen muss (was ich eh nicht mache), wo er sich erholen kann, den Akku aufladen darf. Wer diese einfache Wahrheit vergisst, wird es bereuen. Heute ist eine dieser Etappen. Auf- und Abstieg sind harmlos, die …

Trans Swiss Trail – Die Vollkommenheit des Tages

Man würde meinen, dass ein chinesisches Frühstück aus Reissuppe oder Nudelsuppe besteht, vielleicht noch aus Jiaozi mit Hackfleisch und Chinakohl gefüllt. Oder auch Baozi oder Youtiao. Das hätte mir gefallen. Aber nichts dergleichen. Man hat sich an die lokalen Essgewohnheiten angepasst und serviert Brot mit Butter und Marmelade und Käse und Schinken. Das Brot allerdings, …

Trans Swiss Trail – Zurück in Jinghong

Als Wanderer ist man per se jemand, der die Umwelt schützt, der das Klima schont, keine Parkplätze braucht und auch sonst – mein eigener Beitrag zu dieser Theorie – ein sehr nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft ist. Zu meinem Erstaunen findet der Patron des Hotels genau das gleiche und gewährt mir doch gleich einen Rabatt …

Trans Swiss Trail – Düstere Gedanken an einem schönen Tag

Manchmal, glücklicherweise nicht allzu oft, gibt es Tage, die alles andere als eine Wohltat sind. Mit anderen Worten, Scheisstage. Der Scheisstag beginnt schon früh, eigentlich hört der gestrige Tag gar nie wirklich auf. Er verschafft mir trotz angenehmer Umgebung und weichem Bett eine beinahe schlaflose Nacht, wie immer schwierig zu erklären. Zu grosse Pizza? Zuviel …

Trans Swiss Trail – Energie für die Zukunft

Eigentlich liegt mein enttäuschtes Auge auf dem mickrigen Frühstück, doch ich komme nicht umhin, dem Gespräch am Nebentisch zu lauschen. Ein Paar ist in intensiven Diskussionen vertieft, doch ich benutze eine kleine Pause, um auf den tiefblauen Himmel hinzuweisen (das Wetter ist ein beliebter und meistens erfolgreicher Trick, ein Gespräch zu beginnen). Daraus ergibt sich …

Trans Swiss Trail – Ein Paradies für Pferde

Durchs Fenster scheint eine blasse Sonne, verdeckt durch schnell vorübereilende Wolken, doch alle paar Augenblicke durchlaufen sie eine neuerliche Transition von hell zu dunkel und wieder zurück zu hell. Ein sehr willkommener Morgengruss.     Zu den Pferden Auf den heutigen Tag freue ich mich ganz besonders, denn die Etappe führt hinauf auf die Freiberge, …

Trans Swiss Trail – Rain Songs

Es gibt nichts Öderes auf einer Wanderung, wenn es schon am Morgen früh aus allen Rohren pisst, und es gibt nichts Schöneres, als zuhause in der warmen Stube zu sitzen, wenn der Regen an die Fensterscheiben klatscht. Nun, heute morgen trifft ersteres zu – es regnet in Strömen. Der Himmel zeigt sein unangenehmes Gesicht, grau …

Trans Swiss Trail – On the Road again

Nicht immer beginnt eine Weitwanderung von über 500 Kilometern mit den besten Voraussetzungen. Der Tag hat früh begonnen, beinahe Nacht beim Aufstehen, der Herbst naht. Die Fahrt via Basel nach Pruntrut findet zwar recht entspannt, aber gleichzeitig müde und gestresst statt. Der Blick durchs Fenster zeigt nicht das, was man gerne hätte – blauen Himmel, …

Commugny – Genf

Nach meinen Berechnungen fehlen bis zum Ziel in Genf noch knapp 20 Kilometer. Damit wären dann die angepeilten 500 Km erreicht (natürlich ist das ein vollkommen blödsinniges Ziel, es zählt schlussendlich alles andere). Aber mal sehen, ich bin gespannt, wie sehr sich auch emotional das baldige Ende spüren lässt. Jetzt, am frühen Morgen, während ich …

Gland – Commugny

Nicht das, was du nicht weisst, bringt dich in Schwierigkeiten. Sondern das, was du sicher zu wissen glaubst, obwohl es gar nicht wahr ist. (Mark Twain) Auf dieser langen Wanderung ist mir oft aufgegangen, wie wenig ich eigentlich weiss, und wie wenig, was ich zu wissen glaubte, korrekt ist. Das hat vielleicht mit dem Alter …

Etoy – Gland

Das Hotel Chez Yann weist heute Morgen tatsächlich eine menschliche Komponente in Gestalt einer jungen Dame auf, die mir freundlich das Frühstück serviert. Mit etwas Mühe setze ich trotzdem mein grimmigstes Gesicht auf. „C’etait pas tres drole hier soir“. Ich kann gar nicht anders als ebenfalls grinsen, denn ein Grinsen ist alles, was ich als …

Lausanne – Etoy

Es geht dem Ende entgegen. Manchmal glaube ich, in der Ferne Genf zu sehen, was natürlich nicht sein kann. Es sind immerhin noch vier harte Etappen und viele Kilometer zu bewältigen, heute nach Etoy, einem kleinen Dorf im Landesinneren. Aber was soll’s, auch die heutige Tour verspricht eine ganze Menge: Ohne die geringste Steigung und …

Vevey – Lausanne

Es würde mich nicht wundern, wenn die heutige Etappe die schönste der ganzen Wanderung wird. Es ist acht Uhr morgens, der Himmel ist so blau, wie er sein sollte, der See kräuselt sich im Morgenwind, was kann man von einem gewöhnlichen Samstag mehr erwarten. Das abendliche Tief ist durch viele Stunden tiefen Schlafes verschwunden. Und …

Les Paccots – Vevey

Drei Uhr morgens am Hotelfenster. Pechschwarze Nacht. Die Konturen der Bäume sind aufgesogen durch eine undurchdringliche Schwärze. Kein Laut, kein einziger. Kein Käuzchen ruft in der Ferne, kein Wind pfeift durch die Blätter, keine Regentropfen klopfen auf das Dach, rein gar nichts. Irgendwie schön und irritierend zugleich. Das erinnert mich an einen der berühmten Romane …

Broc – Les Paccots

Dieses Geräusch kenne ich doch – das Klatschen am Fenster, das Prasseln auf den Dächern, das Trommeln auf dem Asphalt. Es ist kurz nach Mitternacht, und es regnet. Ausserdem ist es kalt geworden, durch das offene Fenster dringt ein frostiger Hauch, zum ersten Mal seit langem bin ich einer warmen Decke dankbar. Wunderbare Aussichten für …

Jaun – Broc

Auf der Etappe von Jaun nach Gruyères kommen Geniesser, Kulturliebhaber und Naturfreunde auf ihre Kosten. Auf dem Abschnitt, der erst am Jaunbach, dann an der Saane entlang führt, können Wanderer entdecken, wie das Wasser die Landschaft geformt hat. Kirchen, Kapellen und das einzigartige Erbe von La Gruyère prägen die Strecke. Nun, Gruyère werde ich morgen …

Schwarzsee – Jaun

Alles wiederholt sich, je älter man wird. Irgendeine gescheite Seele hat diese Weisheit in die Welt gesetzt, nachvollziehbar, aber auch ziemlich trivial. Sie ähnelt dem berühmten Ausspruch von Bette Davis (oder je nachdem Mae West): Altwerden ist nichts für Feiglinge. Natürlich könnte man nun behaupten, dass auch Wandern eine Wiederholung des ewig Gleichen ist. Die …

Guggisberg – Schwarzsee

Es scheint, als hätte sich der Wettergott für einmal künstlerisch betätigt. Durch das viereckige Fenster glaubt man, im Gemälde eines Landschaftsmalers zu stehen. Dampf steigt aus den nassen Wiesen hoch, verdichtet sich knapp über den Hügeln zu einem langgezogenen Wolkenarm, der wie eine flauschige Decke über den Bäumen und Wiesen hängt. Also genau die richtigen …

Riggisberg – Guggisberg

Als Schlossherren erwarten wir eigentlich, im Bett bedient zu werden, natürlich durch Diener in dunkelblau glänzenden Livrees und weissen Strümpfen, wie es für edle Herren angebracht ist. Dabei würden sie uns einen guten Tag wünschen, während sie Kaffee eingiessen und pochierte Eier mit Lachs bereitstellen. Natürlich werden wir enttäuscht, anstelle der livrierten Diener schleichen ein …

Münsingen – Riggisberg

Eigentlich ein Wunder, dass niemand um sechs „Tagwache“ schreit und man sich nach einer halben Minute vor dem Bett hinstellen muss. Aber das Erwachen im 4-er Zimmer, das zwar tatsächlich entfernt ans Militär erinnert, ist wesentlich angenehmer. Anstelle des brüllenden Feldweibels murmelt Fridli leise „halb Acht“ und so beginnt der erste gemeinsame Tag. Das gestern …

Signau – Münsingen

Alte Hotels sind wie Geschichtsbücher. Mehr noch als jene in den grossen Städten sind es die kleinen Landgasthöfe, in deren Zimmern der Duft vergangener Zeiten zu riechen ist. Das Holz atmet, der Boden knarrt, wenn man darauf steht, manchmal geht ein Stöhnen durch die Wände, als wären kleine Kobolde darin gefangen. Die Zimmer haben viel …

Lüdernalp – Signau

Der Hotelmanager verliert in Sekundenschnelle seine überfreundliche Contenance, als ich ihn beim Check-out auf die nicht-vorhandene Wifi-Unterstützung in den Hotelzimmern anspreche. Er stottert was von technischen Problemen, von Aufwand und Kosten. Ich weise ihn auf mögliche Repeater hin, aber davon scheint er noch nie was gehört zu haben. Wieder mal ein Beispiel, wie Dummheit und …

Luthern – Lüdernalp

Manchmal, in letzter Zeit öfters, erwache ich am Morgen und bin einen Augenblick lang unsicher, wo ich mich befinde. Das geschieht immer dann, wenn man sich an schnell wechselnden Übernachtungsorten befindet. Der heutige Morgen ist einer davon: es dauert aber nur einen Moment, bis ich das Dröhnen der Traktoren und Lastwagen erkenne. Klar, Luthern, die …

Wolhusen – Luthern

Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, muss man in Bewegung bleiben. (Albert Einstein) Also an der Bewegung fehlt’s nicht, mit der Balance bin ich ganz zufrieden, also Albert wäre sehr zufrieden mit mir. Heute muss ich zwangsläufig eine alternative Route nehmen, da das Hotel auf dem Napf gemäss Wirt wegen personeller …

Malters – Wolhusen

Während ich genussvoll in meinem Frühstücksteller stochere, höre ich den Gesprächen des Pöstlers mit den Wirtsleuten zu. Sie unterhalten sich, wie wahrscheinlich die halbe Schweiz, über die gestrigen Abstimmungsresultate. Interessant, wie sachlich und differenziert diskutiert und bewertet wird. So sollte das immer und überall sein. Leider ein frommer Wunsch. Die Bäckerei, wo ich kurz nach …

Luzern – Malters

Um sieben Uhr holt mich Lynyrd Skynyrd aus tiefem Schlaf, natürlich mit Free Bird (siehe unten) in der 1977-er Live Version mit Ronnie, Steve und Cassie. Ein  paar Monate waren alle drei tot. RIP. Straight up American fucking rock n roll. Es gibt nicht wenige Experten, die das dreistimmige Guitarrensolo als das beste aller Zeiten …

Meierskappel – Luzern

Also dann, nach dem kurzen Unterbruch geht die Reise weiter. Ich bin schon früh unterwegs, und treffe kurz vor halb zehn in Meierskappel ein, und sage hallo zum ersten 3-er Wegweiser. Ich komme mir vor, als träfe ich einen alten Freund. Der Weg, wie beim gestrigen Unterbruch erklärt, ist um ca. 10 Kilometer kürzer, also …

Unterägeri – Meierskappel

Die Lücke im Plan Diese anderthalb Etappen fehlen, deshalb nur ein paar kurze Bemerkungen zu den Details, die sonst vergessen gehen. So sieht der Plan gemäss Führer aus: Unterägeri – Zug Länge: 13 km, Aufstieg | Abstieg: 260 m | 560 m, Wanderzeit: 3 h 20 min   Zug – Luzern Länge: 29 km, Aufstieg …

Einsiedeln – Unterägeri

Wer hätte gedacht, dass nach dem gestrigen Regen einer der schönsten Tage des gesamten Trips auf mich wartet? Es gibt nichts Besseres als positive Überraschungen. Der Tagesplan sieht tatsächlich eine wunderbare Route vor, für einmal ganz in meinem Sinn: Länge: 19 km, Aufstieg | Abstieg: 720 m | 860 m, Wanderzeit: 5 h 25 min …

Alpenpanoramaweg – Die schwarze Madonna

In der Nacht – wen wundert’s, dass der Regen wieder mal wie mit Pferdehufen über das Dach galloppiert – entscheide ich mich endgültig für eine alternative Route über die Sattelegg. Ich werde das Postauto bis zur Abzweigung zum Pass nehmen und dann hoffentlich auf einen geeigneten Wanderweg treffen. Der eigentliche Plan für heute hätte etwas …

Alpenpanoramaweg – Steine und Schnecken und Regen

Das wahre Highlight des Tages ist das Frühstück mit der Sikh Familie. Während ich in aller Ruhe in meinem opulenten Frühstück stochere, leistet mir das Ehepaar Gesellschaft. Er erzählt die irre Geschichte seines Wegs, der ihn von allen Orten der Welt ausgerechnet nach Amden geführt hat. Offenbar ist das Hotel längere Zeit leergestanden, sozusagen ein …

Alpenpanoramaweg – Irrungen und Wirrungen

Irgendwann möchte ich aufhören, den Tag mit Regen zu beginnen und mit Regen zu beenden. Ich hoffe, dass heute der Tag der Auferstehung bedeutet, der Tag mit dem letzten fucking Rain bis Genf. Natürlich wird dies ein frommer Wunsch bleiben, denn auch heute Morgen entdeckt der erste Blick aus dem Fenster das haargenau Gleiche wie …

Alpenpanoramaweg – Regen, sonst nichts

Der schläfrige Blick nach draussen entdeckt nicht viel Neues. Und nicht viel Positives. Es ist immer noch grau und nass, auch wenn der Regen eine kurze Pause eingelegt hat. Die Verabschiedung vom Hüttenpersonal ist herzlich, man lacht über den gestrigen Abend, der auch ein paar überraschende Erkenntnisse gebracht hat. Ich befinde mich ja nun wieder …

Alpenpanoramaweg – Falsche Wege

Meine Befürchtung hat sich bestätigt – beim Aufwachen dröhnt mein Kopf wie eine alte Kirchenglocke. Elendes Schlafmittel! Es hat mich zwar ein paar Stunden in einen bewusstlosen Zustand befördert, aber das ist auch schon alles, was man positiv dazu sagen kann. Nun denn, mit wenig euphorischen Gefühlen wanke ich zum Frühstück, schaue mich um, alles …

Alpenpanoramaweg – Eine andere Schweiz

Murmelnde Geräusche wecken mich aus tiefer Ohnmacht. Der Blick auf die Uhr zeigt, dass ich zehn Stunden geschlafen habe, nicht überraschend nach der gestrigen Tortur. Aber heute soll es gemäss Wanderführer etwas gemächlicher gehen. Von Trogen (AR) über zwei sanfte Hügel mit grossartiger Aussicht auf den Säntis, die Stadt St.Gallen, den Bodensee und das coupierte …

Alpenpanoramaweg – Die ersten Schritte

Seltsam. Für ein paar Augenblicke taucht ein grüner Dschungel vor dem Fenster auf, kaum zu glauben, aber für ganz kurze Zeit ist weder ein Gebäude noch eine Strasse noch irgendein Zeichen der Zivilisation zu sehen. Ein seltener Anblick in unserem zugepflasterten Land. Ich sitze im Zug in Richtung Bodensee, schaue mit immer noch müden Augen …

Kathmandu – Der verfluchte letzte Tag

Man geht immer mit einem lachenden Auge und mit einem weinenden Auge. (Sprichwort, Autor unbekannt)   Das bleiernde Ende Wie soll manden letzten Tag verbringen? Nochmals den irren, einem LSD-Trip ähnlichen Spaziergang durch diese verrückte Stadt machen? Zum letzten Mal die Lungen mit Dreck und Abgasen füttern? Im liebgewonnenen Restaurant zum letzten Mal Chicken Momos …

Kathmandu – Leben und Tod

Der Kreis hat sich geschlossen, ich bin zurück in Kathmandu. Also wieder schlechte Luft, schlimmster Verkehr, Lungen wie ein Kettenraucher. Und trotzdem fühlt es sich an wie eine Heimkehr.   Ein paar Stunden früher Mit Chitwan lasse ich Ruhe hinter mir. Stille. Natur. Den Platz, wo ich mich wohlgefühlt habe. Trotz einigen Erkenntnissen, die nicht …

Chitwan – Leben und Sterben im Nationalpark

Beim Erwachen, es ist noch Nacht, stelle ich aus alter Gewohnheit das iPhone ein, und da, ein paar Schlagzeugtakte, und dann steigt wie aus dichtem Nebel eine Melodie auf, eine zerbrechliche Stimme. Joy Division. Meine Lieblingsband der späten Siebzigerjahre. Ian Curtis. Ihr fragiler Frontmann. Während ich mit geschlossenen Augen der sonoren Stimme von Curtis lausche, …

Chitwan Nationalpark – Nashörner, Affen, Vögel

Mein Apple Restaurant verwöhnt mich mit Toast mit Butter und Konfitüre, dazu zwei Spiegeleier (Sunny-Side up) und Black Coffee. Man könnte sagen, dass der Tag so begonnen hat, wie es sein sollte. Kommt dazu, dass es noch angenehm kühl ist, erst gegen Mittag steigt das Thermometer unaufhörlich bis über 30 Grad und stoppt erst bei …

Chitwan Distrikt – Versengte Wiesen, heftige Gewitter

Irgendwie läuft alles ein bisschen komisch an diesem Morgen. Kein Frühstück in Gesellschaft meiner gefiederten Freunde (zu früh für den Koch?), dafür ein seltsam schmeckendes Irgendwas im Dorf. Der Bus fährt nicht pünktlich um acht los, sondern wird für eine geschlagene Stunde in den Schatten gestellt. Das Taxi, das mich nach Dumre fahren soll, stoppt …

Bandipur – Paradies in den Hügeln

Heute ist einer der Tage, die man als Atemholen zwischen zwei Stürmen nennen könnte. Es scheint mir passend, den Tag mit einem von unzähligen Vogelstimmen untermalten Frühstück auf der Dachterrasse zu beginnen und dabei den Blick über die in allen Schattierungen von Grün und Braun leuchtenden Hügel wandern zu lassen. Wie gestern haben sich die …

Bandipur – The accidental Tourist

Es kommt selten vor, dass ich mich über eine Woche am selben Ort aufhalte, und noch seltener, dass mir der Abschied so schwer fällt. Doch die Stadt, obwohl hektisch und eine Touristenfalle erster Ordnung, hat mich mit ihrem Charme und der entspannten Atmosphäre überrascht.   Abschied ohne Freude Und so esse ich um 6.15 mein …

Pokhara – Das Märchen vom Frieden

Die Stupa thront hoch über dem See und der Stadt, ein idealer Ort, um eine Friedensbotschaft in die Welt zu senden. Meine Bucketlist für Pokhara neigt sich langsam dem Ende entgegen, und so mache ich mich schon am frühen Vormittag auf, um den Hügel mit der World Peace Stupa zu besteigen. Aber eignet sich ein …

Pokhara – Klimawandel im Himalaya

Eigentlich hätte mir ein altes klappriges Damenfahrrad genügt, um die geplante Tour durch die Stadt zu absolvieren, aber die Verleiher ziehen natürlich die viel teureren Mountainbikes vor. So fährt man dann schliesslich für 500 Rupies los, ein knallgrünes, ziemlich neu aussehendes Rad unter dem Arsch, mit geschätzten 100 Gängen und einem karbongehärteten Gestell (so hat …

Paragliding in Pokhara

Pokhara Paragliding – Die Welt im Auge des Adlers

Dann also der grosse Tag. Das Geburtstagsgeschenk an mich selbst. Der Himmel ist klar und ganz blau, wie er sein sollte, ein leichtes Wolkengeflirr um den Machapuchare, nichts Aufregendes. Der Blick zum Hügel von Sarankot zeigt Grün und Braun und Gelb, Wald und nochmals Wald und darüber der Gipfel. Der Startplatz.   Perfekte Aussichten für …

Pokhara – Neu entdeckt

Es hat sich einiges verändert in den letzten knapp 45 Jahren. Nichts ist geblieben vom stillen, abgelegenen Städtchen, den stinkenden, mit Abfall übersäten Gassen, wo man aber wunderbare Kuchen kaufen konnte. Die einzigen Ausländer, die immer noch misstrauisch begutachtet wurden, waren Hippies wie wir. Irgendwie fehl am Platz. Ich erinnere mich an unseren Campingplatz, an …

Von Kathmandu nach Pokhara – Der Prithvi Highway

Heute also geht’s nach Westen, nach Pokhara. Ich habe Sitaram Goodbye gesagt, der Abschied ist uns schwer gefallen. Er war ein exzellenter Guide, nicht nur in Bezug auf seine Kenntnisse der lokalen Fauna und Flora. Er hat mich vor allem um einige Kilogramme erleichtert, wenn der alte Mann kurz vor dem Kollaps stand. Ich wünsche …

Langtang Trek – Tag 8

Von Syabrubesi zurück nach Kathmandu Vor der Rückfahrt nach Kathmandu trennen sich die Wege guter alter Bekannter endgültig. Die einen nehmen zwecks schnellerer Fortbewegung einen Jeep, andere weniger glückliche, so wie wir beiden, nehmen einen dieser schrecklichen Busse, die bereits um sieben rauchend und röhrend vor den verschiedenen Hotels stehen.   Abfahrtsbereit Der Schlafsack wird …

Langtang Trek – Tag 7

Vom Bamboo Village nach Syabrubesi Dann also das letzte Teilstück unseres Abenteuers. Da wir bereits weit unten sind, wird der heutige Tag einfach und vergnüglich sein. Ein Tag zum Geniessen, bevor wir uns dann morgen an die öde Rückfahrt nach Kathmandu machen.   Bye-bye Bamboo Zum zweitletzten Mal aus dem Schlafsack kriechen, es ist schon …

Langtang Trek – Tag 6

Von Langtang zum Bamboo Village Irgendwas stimmt nicht frühmorgens um sechs. Zum Konzert der Vögel und der entfernten Stimmen des Küchenpersonals hat sich ein rhythmisches Klopfen auf dem Dach gesellt. Der Blick aus dem Fenster enthüllt die ganze Wahrheit. Es pisst aus allen Rohren. Das darf nicht wahr sein. Regen! Und wie!   Regen am …

Langtang Trek – Tag 5

Kyanjin Gompa talaufwärts, dann zurück nach Langtang Der Morgen, genauso wie alle bisherigen, ist eine Präsentation der einzigartigen Schönheit der Bergwelt. Das Blau des Himmels ist nicht einfach blau, es ist das Blau eines Lapislazuli, der im Licht flackert. DIe Berge sind nicht einfach Berge, sie sind Monumente, festgefroren in der Zeit, und stechen wie …

Langtang Trek – Tag 4

Von Langtang nach Kyanjin Gompa Es ist doch beruhigend, dass das System zuverlässig funktioniert. Grosse Anstrengungen, physisch oder psychisch, werden mit viel Schlaf korrigiert. Es gibt nichts, was durch eine gute Portion tiefen Schlafes nicht zurechtgebogen werden könnte.   So auch jetzt. Eine 10-stündige Tiefschlafphase hat bewirkt, dass sich die angeschlagenen Lebensgeister wieder zurückmelden. Sitarams …

Langtang Trek – Tag 3

Vom Lama Hotel nach Langtang Nach der besagten schlimmen Nacht weckt ich mein Zimmernachbar um 5 aus meinem kurzen Schlaf. Er wühlt knappe anderthalb Stunden in seinen Sachen herum, ich habe nicht den leisesten Schimmer, ob erwas sucht oder Ordnung schafft oder einfach so früh wach ist und nichts Besseres zu tun hat.   Olfaktorische …

Langtang Trek – Tag 2

Von Syabrubesi zum Lama Hotel Es ist manchmal gut, wenn man nicht weiss, was einen erwartet. Die Gefahr besteht, dass man sonst schon vor dem Start das Handtuch wirft und sich heulend in eine Ecke verzieht. Aber wie gesagt – alles im Leben ist Gott sei Dank nicht voraussehbar. Wie manchmal habe ich das schon …

Langtang Trek – Tag 1

Von Kathmandu nach Syabrubesi Dann also erster Abschied von Kathmandu, die nächsten acht Tage sind ein Sprung ins Unbekannte. Das scheint sich auch merklich auf meinen Schlaf auszuwirken. Alle paar Minuten, so scheint es mir zumindest, wache ich auf, Gedanken rasen. Habe ich alles eingepackt? Ist der Rucksack nicht zu schwer? (ist er!) Reichen die …

Swayambhunath – Tempel und Strassenkinder

An sich ist der Weg zum Swayambhunath, dem bekanntesten und heiligsten aller Heiligtümer Kathmandus, nicht allzu weit, allerdings – wie sagt man so schön – der Weg zum Himmel ist mit Sünden gepflastert. In diesem Fall sind es nicht meine Sünden, sondern diejenigen der Stadt. Kurz und gut – die Strecke ist irgendwo zwischen 2 …

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