Reiseliteratur – damals und heute

Bei meinen Reisen hat das Gewicht der Bücher eine ernsthafte Herausforderung dargestellt. 5-6 Bücher wiegen zusammen schnell mal mehr als der Rest der übrigen Reiseutensilien.

Das hat sich natürlich geändert, seit es eBooks in Hülle in Fülle gibt. Und überall, wo Wifi zur Verfügung steht, kann das nächste problemlos heruntergeladen werden.

Problemlos? Nicht für mich. Ich habe die eBooks ausprobiert, habe versucht möglichst vorurteilsfrei einen Vergleich anzustellen. Wahrscheinlich bin ich zu alt, ein Dinosaurier aus alten Zeiten würden meine Kinder sagen, aber es ist so: ich fühle mich unwohl. Warum? Schwierig zu sagen. Bücher sind etwas Sensitives, man muss sie riechen, fühlen, betasten können. Das erste Mal durch die noch druckfrischen Seiten blättern … unvergleichlich! Das ist das Problem. Oder ein klassisches Dilemma.

Philip Reeve – Mortal Engines

Mortal Engines (Predator Cities Book 1) (English Edition) von [Reeve, Philip]Predator Cities beginnt mit Mortal Engines, dem ersten von vier Romanen aus Philip Reeves Tetralogie. Die Geschichte spielt in einer futuristischen Steampunk-Version von London. Inzwischen sind die Städte auf gigantischen Motoren montiert und fahren zum Überleben über die Erde auf der Suche nach Rohstoffen.

Wenn Peter Jackson einen Stoff in die Hand nimmt, kommt es entweder genial (Lord of the Rings) oder auch mal enttäuschend (The Hobbit) heraus. Hoffen wir bei der Verfilmung von Philip Reeves grossartiger Predator Cities Tetralogie auf den genialen Lord-of-the Rings Peter Jackson (er fungiert allerdings nur als Produzent) und freuen wir uns auf den 13. Dezember; dann findet in den Kinos die Premiere statt.

Zadie Smith – White Teeth (Zähne zeigen)

Als Zadie Smiths Debütroman 2000 erschien, wurde er als literarische Sensation gefeiert, mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, und er stand wochenlang auf den Bestsellerlisten. Mittlerweile gilt das Buch als Klassiker der englischsprachigen Gegenwartsliteratur.

Im Zweiten Weltkrieg verpassen die Soldaten Archie Jones und Samad Iqbal ihre große Chance auf eine Heldentat – den einzigen Nazi, dem sie begegnen, lassen sie laufen. Dreißig Jahre später kämpfen beide in London mit zerplatzten Träumen, jüngeren Ehefrauen, widerspenstigen Kindern und den großen Themen ihres Lebens: Herkunft, Religion, Hautfarbe und Geschichte.

Manchmal ist man einfach nicht in der Lage, ein wirklich gutes Buch auf den ersten Blick erkennen zu können. Zadie Smith hat mit 25 (!) Jahren einen Roman veröffentlicht, der zu Recht Furore gemacht hat. Und jetzt, fast 20 Jahre nach der Veröffentlichung bin auch ich ihm verfallen. Die Zeit hat sich gelohnt.

Cixin Liu – Die Trisolaris-Trilogie

Die Trisolaris-Trilogie (Reihe in 3 Bänden) von  Cixin LiuLius bekanntestes Werk Die drei Sonnen ist der erste Band der Trisolaris-Trilogie. Sie wird fortgesetzt mit Band 2 Der dunkle Wald und Band 3 Jenseits der Zeit.

China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.

Gabriel Garcia Marquez – Hundert Jahre Einsamkeit

»Hundert Jahre Einsamkeit« erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Familie Buendía und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo, das zunächst wie das Paradies erscheint. Abgeschnitten vom Rest der Welt durch Sümpfe, Urwald und eine undurchdringliche Sierra, ist es der Ort, an dem sich alle Träume, Alpträume und Entdeckungen des Menschen noch einmal zu wiederholen scheinen.

Was soll ich dazu sagen? Ganz einfach – es ist und bleibt seit Jahrzehnten mein Lieblingsbuch aller Zeiten – endlich wiedergelesen! Wenn ich ein einziges Buch zur Auswahl hätte, dies wäre die definitive Wahl. Lesen und geniessen!

Charles Dickens – David Copperfield

David Copperfield wird nach dem Tod beider Elternteile von seinem Stiefvater auf die Schule des brutalen Mr. Creakle geschickt. Dort verlebt er eine bedrückende Zeit und wird bereits als Zehnjähriger zur Fabrikarbeit gezwungen. Elend und Ausbeutung stehen im Zeitalter der blühenden Industrialisierung auf der Tagesordnung, und David kann sich den unerträglichen Bedingungen nur durch die Flucht zu seiner Tante Betsey entziehen. Obwohl diese ihn kaum kennt, nimmt sie ihn herzlich auf. Nach entbehrungsreicher Zeit scheint sich das Blatt zu wenden und der Junge kann eine gute Schule besuchen.

Es hat seine Zeit gedauert, bis ich dieses monumentale Werk nicht nur lesen, sondern auch geniessen konnte. Ein erster Versuch in meinen Dickens-Jahren scheiterte kläglich. Nach Oliver Twist oder A Tale of two Cities fand ich des Werk eher mühsam. Jetzt endlich (vielleicht hat die fremde Umgebung in Südamerika ihren Einfluss ausgeübt) bin ich ihm verfallen.