Die Nepal Bücher

 

Bücher für unterwegs – diesmal in Nepal. Begleiter an kalten Abenden im Schlafsack (falls das Licht brennt), im frostigen Hotel (falls der Akku des iPhones nicht leer ist) oder auf der Hotel-Terrasse im Chitwan Distrikt bei 35 Grad im Schatten …

 


Kasuo Ishiguro – Never let me go

 

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen.

Die Filmfassung kann zwangsläufig nicht auf die Entwicklung der komplexen Charaktere eingehen, ist aber immer noch erschütternd in der Beschreibung einer dystopischen Welt, die erschreckend nahe zu sein scheint ..

Dies ist eines der traurigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Aber es ist nicht nur traurig, sondern auch beunruhigend in der Beschreibung einer Welt, die vielleicht gar nicht so weit entfernt ist …

 

 


Vernor Vinge – A Fire upon the Deep (Zones of Thought)

 

Eine uralte Bedrohung

Tausende Jahre in der Zukunft: In der Milchstraße gibt es verschiedene Zonen, in denen unterschiedliche Technologien möglich sind: Im Zentrum, der „Gedankenleeren Tiefe“, sind keine komplexen Geräte möglich, in den Randbereichen, dem „Jenseits“ hingegen schon. Noch weiter draußen liegt das „Transzens“, in dem Zivilisationen, Wesen oder Computerprogramme herrschen, die transzendiert sind. Die Menschen sind bis in das untere Transzens vorgedrungen und haben in einem alten Computerarchiv eine Virus-Waffe entdeckt, die sich jetzt im Netz ausbreitet und Technik und Lebensformen assimiliert – ungeachtet der mysteriösen technologischen Grenzen. Doch die Menschen haben möglicherweise auch ein Gegenmittel, und so stehen sie plötzlich im Zentrum des Interesses aller intelligenten Völker der Galaxis …

Die gedruckte Fassung wäre ein echter Gewichtsstein gewesen. Vor allem weil sie zusätzlich den zweiten Band der Zones of Thought enthält (A Deepness in the Sky), also über ein Kilogramm. Ich muss also zugeben, in diesem speziellen Fall ist die elektronische Fassung tatsächlich ein Geschenk des Himmels gewesen (abgesehen, dass es eine meisterhafte Space Opera ist).

 


Eric Newby – A short Walk in the Hindukush

 

Mitte der 50er Jahre brechen zwei exzentrische Briten – der eine Verkäufer in einem Haute-Couture-Salon, der andere Diplomat im Dienste Ihrer Majestät – auf, um ein Abenteuer der ganz besonderen Art zu erleben. Nach einem Crash-Kurs im Bergsteigen (in den Hügeln von Wales) wollen sie im Inneren Afghanistans einen Sechstausender bezwingen. Voller Selbstironie und zugleich höchst kenntnisreich schildert Eric Newby die Erlebnisse der beiden Dandys in diesem gottverlassenen Winkel der Welt. Sein Bericht, ein Klassiker der angelsächsischen Reiseliteratur, hat bis heute nichts von seinem Charme – und seiner Aktualität – eingebüßt.

Als Traveller und Wanderer stösst man auf der Suche nach geeigneter Reiseliteratur früher oder später auf Eric Newby und seine wunderbar witzigen Reisebücher. Man folgt den beiden unbedarften Freunden auf ihren Wegen durch den Hindukush, leidet und lacht mit. Mehr kann man nicht erwarten …

 

 


Daniel Kehlmann – Measuring the World (Die Vermessung der Welt)

 

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche an die Vermessung der Welt. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, kostet Gifte, zählt Kopfläuse, kriecht in Erdlöcher, besteigt Vulkane und begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Der andere, der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß, der sein Leben nicht ohne Frauen verbringen kann und doch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett springt, um eine Formel zu notieren – er beweist auch im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt. Alt, berühmt und ein wenig sonderbar geworden, treffen sich die beiden 1828 in Berlin.

Mit hintergründigem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.

Ein weiteres Mal ein Buch über das Reisen, wenn auch in einer Zeit, da das Weggehen aus der vertrauten Umgebung eher besonders war. Und nicht zu vergessen – die Welt war damals noch gross und weit entfernt …

 


Und hier weitere Bücher, die mich auf meinen Reisen begleitet haben:

Die Südindien Bücher

Die Laos Bücher

Die Südostasien Bücher

Die Burma Bücher

Die Ladakh Bücher

Die Südamerika Bücher

 

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