Es gibt weltweit tausende von Weitwanderwegen, einige tausende von Kilometern lang wie der Pacific Crest Trail oder den Wales Coast Path, andere nur ein paar hundert Kilometer oder weniger.

Allein in Europa gibt es unzählige, einige davon durchqueren den ganzen Kontinent vom Nordkap bis nach Sizilien. Sie alle stellen grosse Herausforderungen an die Wanderer, doch der Lohn ist überwältigend.

Was sind die Voraussetzungen?

Natürlich sollte man gesund und eingermassen fit sein (die Fitness bei jüngeren Personen stellt sich nach einiger Zeit von selbst ein). Aber das wichtigste ist die mentale Robustheit.

Alles geschieht im Kopf, Erfolg genauso wie Niederlage (obwohl man bei einer abgebrochenen Weitwanderung kaum von einer Niederlage sprechen kann, sie ist lediglich das Ergebnis einer intelligenten Beurteilung der Situation, voilà). Man muss es wollen, man muss es anfangen, man muss es durchziehen, ohne zu zögern.

Jeden Abend, wenn der Geist müde ist und alles schmerzt, muss der nächste Tag, vielleicht wieder 20 oder mehr Kilometer, klar und möglich sein. Es darf kein Zweifel aufkommen, denn nur dann wird sich Körper und Geist während der Nacht regenerieren.

 

Die Weitwanderwege der Schweiz

Es sind ingesamt 7, angefangen bei der Via Alpina über den Trans Swiss Trail bis zur Via Gottardo. Und alle sind empfehlenswert, wenn auch nicht für alle Altersklassen zu empfehlen. Die Via Alpina wird beispielsweise wie folgt beschrieben:

Die Via Alpina überquert 14 der schönsten Alpenpässe. Quer durch sieben Kantone der Schweiz mit vielfältiger Kultur, Geologie und Topografie. Breite Fahrstrassen enden in luftigen Gratpfaden.

Klingt zwar verlockend, wendet sich aber an Topathleten, zu denen ältere Semester wie ich längst nicht mehr gehören.

Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Touren findet der Interessierte auf dem schweizmobil Portal (siehe unten)

 

schweizmobil.ch

 

Den Körper gestählt, den Geist beruhigt

In Anbetracht der Vielfältigkeit der Routen fällt die Wahl schwer. Ich habe mich altersabhängig für zwei der einfacheren, aber nicht weniger bezaubernden Routen entschieden und 2021 den Alpenpanoramaweg und 2022 Trans Swiss Trail gewandert.

Beide Wanderungen waren nicht nur eine lohnenswerte und immer wieder spannende Durchquerung der Schweiz, sie haben mir gezeigt, wie vielfältig unser kleines Land ist.

Wie unterschiedlich die Mentalitäten, die Sprachen, die Traditionen, aber eben auch die Topographie, das Rauf und Runter über Hügel und Täler, über Pässe und entlang Bächen und Flüssen ist.

Man muss es erleben, man muss es erwandern, um zu verstehen.

Und vor allem, es hat mir Ruhe vermittelt, es hat den Geist beruhigt, eine erstaunliche Balance bewirkt, die lange nachgewirkt hat.

Mehr kann man nicht verlangen.

 

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